Strafvollzug : Erhöhtes Sicherheitsrisiko in der JVA Tegel

Wegen eines dramatischen Personalmangels und immer aggressiveren Häftlingen haben sich die Gefahren für Vollzugsbeamte in der Haftanstalt Tegel offenbar erhöht.

Berlin - So würden 411 Gefangene der Teilanstalt II nachts teilweise von nur vier Beamten bewacht, sagte der Personalratsvorsitzende der JVA, Udo Schwarze, der "Berliner Morgenpost". Dies seien zu wenige, um im Ernstfall einschreiten zu können.

Breche in einer Sechs-Mann-Zelle eine Schlägerei aus, dürfe diese nur mit mindestens sieben Beamten gestürmt werden. Auch in der Teilanstalt III, in der 317 vorwiegend problematische Langzeit-Inhaftierte lebten, hätten oft nur drei Beamte Nachtdienst. Die Zahl der Beamten müsse dringend erhöht werden, forderte Schwarze. 1998 habe es bei 1583 Gefangenen noch 543 Beamte im Vollzugsdienst gegeben, heute seien es nur noch 501 bei 1721 Gefangenen.

Die Senatsverwaltung für Justiz sieht indes trotz der angespannten Personalsituation kein Sicherheitsrisiko. "Das vorhandene Personal ist in der Lage, alle erforderlichen Aufgaben wahrzunehmen", sagte Sprecherin Juliane Baer-Henney. (tso/ddp)

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