Berlin : Strahlemann und Söhne

Zum Festival of Lights werden viele Sehenswürdigkeiten festlich illuminiert Fernseh- und Funkturm öffnen bis in die Nacht hinein

Lothar Heinke

Leuchte, Berlin, leuchte! Damit die schönen Seiten der Stadt noch besser zur Geltung kommen, werden sie ins rechte Licht gesetzt und „von einer magischen Lichterflut förmlich übergossen“, sagt der Bundestagsabgeordnete Siegfried Helias (CDU) von der City-Stiftung Berlin. „Wir tun das, um die Stadt attraktiver zu machen und in der veranstaltungsarmen Zeit zwischen Sommer- und Winterzauber ein kleines Festival zu etablieren, das Besucher reizt, nach Berlin zu kommen“, sagt der Initiator, der das Herbstleuchten zusammen mit dem Deutschen Immobilien-Fonds DIFA in die Stadt bringt.

Das „Festival of Lights“, das am kommenden Donnerstag beginnt, wenn die Bürgermeisterin Karin Schubert um 19.30 Uhr den längsten Leuchtstab der Welt „entzündet“ – dann erstrahlt der Fernsehturm ganz in Blau. Und sein westlicher Bruder in Charlottenburg, der es ihm zur Funkausstellung schon vorgemacht hat, steht ihm nicht nach. Gleichzeitig starten RBB-Läufer einen „Kick-Off-Lichterlauf“ mit Leuchtstäben vom Alex zum Neuen Kranzlereck.

Sieben Tage lang werden über 20 Gebäude vom Einbruch der Dunkelheit bis 24 Uhr illuminiert: Beisheim-Center, Dom, Cubix-Kino am Alex, Dom-Aquaree in Mitte, Europa-Center, Internationales Handelszentrum an der Friedrichstraße, Goya-Club, Neues Kranzler-Eck, Ku’damm, Narva-Tower, Oberbaumbrücke, Siegessäule, Theater des Westens, Palace-Hotel, Park-Inn-Hotel und Lehrerhaus auf dem Alexanderplatz.

Die künstlerische Leitung hat der Licht-Designer Andreas Boehlke, der im vorigen Jahr mit seinem Lichtspiel am Dom schon üben konnte und 2005 das Schloss Charlottenburg zum Jubiläum in gleißendem Licht erstrahlen ließ. Boehlkes Firma zeichnet übrigens auch für die weihnachtliche Beleuchtung am Ku’damm und Unter den Linden verantwortlich, die beiden Straßen sollen bereits in der Berliner Lichterwoche verkabelt und teilweise auch beleuchtet sein.

Am kommenden Samstag, 15. Oktober, öffnen zudem einige Gebäude ihre Türen bis 24 Uhr, so das Zeiss-Planetarium zu einer Krimi-Nacht, das Alte Museum zur „Nacht mit Nofretete“, der Gendarmenmarkt mit einer „Langen Nacht der Sinne“ in ausgewählten Restaurants, das IHZ zu einem „Lichtblick über Berlin“, das Europa-Center, Funk- und Fernsehturm (bis 3 Uhr!) und das Olympiastadion für eine Nachtführung mit dem „Ring of Fire“. Im Park-inn-Hotel und im Europa-Center leisten die Standesbeamten Sonderschichten und verheiraten die Paare bei Hochzeiten zur Geisterstunde.

Die City-Stiftung hat es sich nicht nur zum Ziel gesetzt, den Berlinern einen so lebens- wie liebenswerten Stadtraum zu schaffen, Siegfried Helias als Erfinder der „Blauen Herzen“ möchte unter diesem Symbol Gutes tun – Ausbildungsplätze für Schulabgänger schaffen, soziales Engagement zeigen, „Kindern in Gefahr“ eine – auch finanziell großzügige – Hilfe sein. Wegen der helfenden Herzen ist die Grundfarbe der innerstädtischen Illumination Blau. Für die City-Leute ist dies die Farbe der Hoffnung, der Großzügigkeit und Weitsicht.

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