Berlin : Strampeln!

Andreas Conrad

Wahrlich, wir leben in unromantischen Zeiten. Dinge, an denen wir uns einst arglos erfreuten, haben heute einen materiellen oder symbolischen Zweck zu erfüllen, am besten beides. Nehmen wir nur den Weihnachtsbaum, den der Regierende am Montag vor dem Roten Rathaus entgegennimmt: eine Gabe der Berliner Forsten und der Umweltstiftung WWF, also naturverträglich durch den nahen Herkunftsort (Wansdorf bei Spandau), die energiesparende Lichttechnik (LED statt Glühbirnen) und die schadstoffneutrale, Berlins Sparzwang adäquate Energiegewinnung (Dynamo eines Standfahrrads). Nun wäre freilich die umweltfreundlichste Variante der Verzicht auf eine Tanne, wie es ohnehin der Aktion an Konsequenz fehlt. Neben Wowereit und anderen hohen Herren soll auch der WWF-Panda strampelnd Strom erzeugen, aber wäre es so artfremd, wenn man dem lendenlahmen Bao Bao eine sinnvolle Aufgabe gäbe? Gegen einen radelnden Zoo-Panda hätte selbst ein Riesenrad keine Chance.

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