Strandbad Tegel : Tricksen die Bäderbetriebe?

Offenbar gehen doch gar nicht so wenige Besucher ins Strandbad Tegel, wie die Bäderbetriebe suggerieren.

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Im Strandbad Tegel gelten verkürzte Öffnungszeiten.
Im Strandbad Tegel gelten verkürzte Öffnungszeiten.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Berliner Bäderbetriebe, BBB, haben dem Tagesspiegel gegenüber auf eine entsprechende Nachfrage offenkundig mit einer gezielt negativen Auswahl von Besucherzahlen operiert, um den Eindruck zu erwecken, das Bad am Tegeler See sei, wie vom Unternehmen behauptet, auf Dauer wegen einer zu geringen Frequenz nicht haltbar. Bädersprecher Matthias Oloew hatte für den Zeitraum zwischen Montag, 1. August und Dienstag, 9.August tägliche Besucherzahlen zwischen 0 und 198 genannt. Diese Zahlen waren auch im Reinickendorf-Newsletter des Tagesspiegels veröffentlicht worden. In dieser Phase hatte es sowohl regnerische Tage als auch solche mit gutem Wetter gegeben.

Der Reinickendorfer CDU-Abgeordnete Tim-Christopher Zeelen, der wie Bezirksbürgermeister Frank Balzer zu den Befürwortern des Bades gehört, stellt dieser Statistik folgende, ebenfalls offiziell erhobene Zahlen gegenüber:

Sonntag, 10. Juli: 1077
Donnerstag, 21. Juli: 477
Samstag, 23, Juli: 818
Sonntag, 24. Juli: 1133
Montag, 25. Juli: 517

Unsere Slide-Show: So sah es 1928 am Tegeler See aus

Der Abgeordnete Zeelen verweist zudem darauf, dass durch die verkürzten Öffnungszeiten die (zahlenden) Gäste, die um 17.30 Uhr langsam des Strandbades verwiesen werden, weiter nebenan kostenfrei im Tegeler See schwimmen könnten. Das trage nicht unbedingt zur Attraktivität des Strandbades bei. In der sehr heißen Frühsommerphase im Mai und Juni seien die Bäderbetriebe außerdem entweder nicht willens oder in der Lage gewesen, das Bad zu öffnen.

Die Bäderbetriebe würden am liebsten das Tegeler Bad privatisieren, was aber wegen aufgelaufener Renovierungskosten von 1,85 Millionen Euro als nicht realisierbar gilt, Von diesem Betrag entfallen 450000 Euro auf eine Erneuerung der Abwasserleitung und 1,4 Millionen auf die Renovierung der maroden Gastronomie. Die Abwasserleitung der unmittelbar benachbarten Insel Scharfenberg war, wie berichtet, aus dem Budget des Umweltsenators erneuert worden – sowohl die Insel als auch das Strandbad liegen im Wasserschutzgebiet 1.

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