Straße des 17. Juni : Berlins EM-Fanmeile wird zur Staufalle

Ab den 12. Juni beginnt der Ausnahmezustand auf der Straße des 17. Juni. Die Sperrung wegen der Fanmeile dauert ungefähr einen Monat an.

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Dann feiert mal schön. Die Fanmeile im Tiergarten.
Dann feiert mal schön. Die Fanmeile im Tiergarten.Foto: dpa

Im Juni müssen Autofahrer im Berliner Norden mit langen Staus bei Fahrten stadtein- und -auswärts rechnen. Denn die Straße des 17. Juni wird wegen der Fanmeile zur Fußball-EM gesperrt. Damit fallen wichtige Entlastungsstrecken weg, sodass es auf der wegen Bauarbeiten ohnehin verengten Heidestraße noch langsamer vorangehen dürfte.

Der Ausnahmezustand beginnt am 12. Juni, wenn die Fanmeile öffnet für das erste Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft. Weitere Begegnungen finden am 16. und 21. Juni statt. Übertragen werden außerdem die Achtel-, Viertel- und Halbfinalspiele und natürlich das Finale am 10. Juli. Nach Mitteilung der Veranstalter gibt es eine 80 Quadratmeter große Videoleinwand direkt am Brandenburger Tor sowie weitere sechs Großleinwände auf der Straße des 17. Juni.

Die Sperrung der Straße auf knapp zwei Kilometern dauert also ungefähr einen Monat an, falls nicht zwischen den Begegnungen der Verkehr auf Teilen der Fanmeile wieder freigegeben wird, was wegen der technischen Anlagen aber unwahrscheinlich ist.

Mehrere Ausweichstrecken blockiert

Schon heute ist die B 96 im Bereich der Heidestraße auf eine Spur je Richtung verengt. B 96 und Heidestraße sind der wichtigste Zubringer zum Tiergartentunnel unmittelbar am Hauptbahnhof und die zentrale Einfahrtschneise für die Pendler aus dem Norden der Stadt und dem nördlichen Umland. Wegen der Fahrbahnverengung und der Bauarbeiten staut sich der Verkehr schon heute auf der Heidestraße in den Kernzeiten. Mit der Sperrung der Straße des 17. Juni für die Fanmeile sind außerdem mehrere Ausweichstrecken blockiert, sodass Autofahrer auf die überlastete Heidestraße angewiesen sein werden.

Foto: Tsp/Schilli

Bei der Senatsverwaltung für Verkehr hieß es auf Anfrage, die Bauarbeiten an der Heidestraße würden „im Juli“ fertiggestellt. Das wäre schneller als ursprünglich angekündigt (Ende des Jahres) – aber trotzdem zu spät, um dem drohenden EM-Stau vorzubeugen. Der Verkehrslenkung Berlin ist das Problem bewusst: Die Verkehrsplaner aus dem Hause von Senator Andreas Geisel (SPD) untersagten dem Bezirk Mitte den fahrradfreundlichen Umbau der Müllerstraße in Wedding für die Dauer der Arbeiten in der Heidestraße. Die Müllerstraße ist einer der wichtigsten Zubringer zu B 96 und Heidestraße – eine totale Blockierung der Nord-Süd-Verbindung wollten sie wohl vermeiden.

Wie hieß die Straße des 17. Juni eigentlich früher?
Komplizierte BVV-Sitzungen, Unterausschüsse, monatelange Debatten? Nicht so 1953, damals ging das alles ziemlich schnell. Am 13. Juli 1953, vier Wochen nach dem Volksaufstand _ auf dem Bild ziehen Arbeiter durchs Brandenburger Tor - , rückten die Maler im Tiergarten an und pinselten den neuen Namen auf die die weißen Schilder: „Straße des 17. Juni“. Der West-Berliner Senat hatte sich darauf bereits am 22. Juni geeinigt, das geht aus dem Bezirksarchiv hervor.Weitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: dpa
26.01.2015 08:47Komplizierte BVV-Sitzungen, Unterausschüsse, monatelange Debatten? Nicht so 1953, damals ging das alles ziemlich schnell. Am 13....

Wie sieht es eigentlich zurzeit an der Heidestraße aus? Eine Reportage lesen Sie hier.

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