Berlin : Straßenbahn-Linie 61: Schwarzfahrer zog Pistole

weso

Erneut hat ein Schwarzfahrer einen Kontrolleur der BVG angegriffen. Bei dem Täter handelt es sich um einen 20-jährigen Bundeswehrsoldaten des Jägerbataillons in Kladow. Als der Soldat, der in Uniform unterwegs war, am Montagabend gegen 21 Uhr an der Seelenbinderstraße in Köpenick in einer Straßenbahn der Linie 61 kontrolliert werden sollte, zog er plötzlich eine Pistole und bedrohte damit die drei Kontrolleure. Als daraufhin ein 39-jähriger BVG-Mitarbeiter die Straßenbahn verlassen wollte, schlug ihm der Soldat die Faust ins Gesicht, schlug seinen Kopf gegen eine Glasscheibe und stieß ihn an der nächsten Haltestelle aus dem Waggon. Gleichzeitig packte der 21-jährige Begleiter des Wehrpflichtigen einen zweiten Kontrolleur an den Haaren.

An der Seelenbinderstraße stieg das brutale Duo aus. Es wurde kurze Zeit später von der Polizei in einem Wartehäuschen gestellt. Aber ohne Gegenwehr ließen die beiden sich nicht festnehmen. Als der Soldat nach der Pistole durchsucht werden sollte, schlug er auf einen Polizeibeamten ein. Erst als ihm Handschellen angelegt worden waren, beruhigte er sich. Der Mann wurde nach einer Blutprobe den Feldjägern übergeben.

Da die Waffe, mit der die Kontrolleure bedroht worden waren, bei dem Mann nicht gefunden wurde, durchsuchte die Polizei seine Wohnung an der Seelenbinderstraße. Dort entdeckten sie nicht nur die Schreckschusswaffe, sondern auch scharfe Gewehrmunition aus Bundeswehrbeständen sowie Teile einer Panzerfaust.

Die BVG beklagt die zunehmenden Übergriffe auf das Kontrollpersonal. Erst Anfang April hatte ein Schwarzfahrer zwei Kontrolleure mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben