Berlin : Straßenbau: Wegen ICE-Unglücks bei Eschede: Stabilere Brücke für Moabit

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Für den Neubau der Perleberger Brücke in Moabit, die Autos über die künftige Fernbahntrasse des Lehrter Bahnhofs bringt, beginnt kommenden Montag der letzte Bauabschnitt. Für die umfangreichen Schweißarbeiten wird das 13 Millionen Mark teure Bauwerk einen Monat lang für den Verkehr gesperrt. Im Laufe des Septembers soll die neue, 850 Tonnen schwere und 106 Meter lange, Brücke komplett in Betrieb gehen.

Die Brücke schafft eine wichtige Verbindung zwischen dem Norden und dem westlichen Zentrum der Stadt, sie wird täglich von 27 000 Fahrzeugen überquert. Während der Sperrung sind Umleitungen über die Föhrer- und Stromstraße sowie über die Heidestraße ausgeschildert. "Größere Staus werden wahrscheinlich vermieden", sagte gestern Staatssekretär Frank Bielka aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Vor etwa einem Jahr wurde die erste Hälfte der neuen Stahlbrücke montiert. Die alte Brücke aus den Jahren 1937 bis 40 wurde abgerissen, der Verkehr über den Neubau geleitet. Vor zehn Tagen hoben Spezialkräne die aus drei Teilen bestehende zweite Hälfte auf ihre Stützen. Die Teile sollen nun untereinander und mit der bestehenden Brückenhälfte verschweißt werden. Dabei darf es keine Erschütterungen geben. Nach den Schweißarbeiten kann die Brücke wieder auf einer Seite befahren werden. Bis zur Fertigstellung im September erhält die zweite Brückenhälfte Straßenbelag, Geländer und Lampen. Grafik: Die Umleitungsrouten Die Umleitungsrouten gelten ab Montagfrüh. Sie führen aus Richtung Süden unter anderem über die Stromstraße, die Föhrer Straße und das Nordufer, sowie über die Invaliden- und die Heidestraße. Der Verkehr aus dem Norden wird von der Fennstraße über das Friedrich-Krause-Ufer und die Stromstraße, sowie von der Luxemburger Straße über die Putlitzbrücke und die Stromstraße gelenkt (siehe Grafik). Auch drei Buslinien werden umgeleitet, für Fußgänger bleibt die Brücke geöffnet.

Der Neubau verzögerte sich um etwa ein Jahr, weil die Deutsche Bahn AG nach dem schweren Zugunglück von Eschede im Jahr 1998 höhere Standards beim Brückenbau forderte. In Eschede hatten entgleiste ICE-Waggons eine Betonbrücke zum Einsturz gebracht. Die Perleberger Brücke bekam stabilere Träger, statt einzelner Stützen durchgehende Betonwände. Zusätzliche Kosten von etwa einer Million Mark bezahlt die Bahn.

Bereits 1988 wurde festgestellt, dass die alte Perleberger Brücke nicht mehr ausreichend tragfähig ist. Sie wurde 1991 zwar verstärkt, war aber dennoch nicht mehr für den Schwerlastverkehr geeignet. Künftig werden die Brücke wieder Laster mit einem Gewicht von bis zu 60 Tonnen überqueren können.

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