Berlin : Straßenkicker starten heute in die WM Im Stadion in Kreuzberg treten 22 Nationen an

Anna Kemper

Der Ball liegt zwischen Leikis Schulterblättern, mit einem Ruck katapultiert der Norweger ihn in die Luft, fängt ihn zwischen Schulter und Kinn und stupst ihn schließlich auf seine blonden Rastalocken. Da bleibt der Ball dann erstmal eine Weile liegen. Leiki spielt bei der Straßenfußball-WM für Norwegen, heute beginnt das Turnier mit 22 Mannschaften aus fünf Kontinenten im Bolzplatz-Stadion am Mariannenplatz in Kreuzberg.

Malik Fathi, Verteidiger von Hertha BSC, schaut fasziniert zu, was Leiki alles mit dem Ball anstellt. Fathi ist Pate von fx united, einer Mannschaft aus Kreuzberg und Friedrichshain. „Ich bin stolz auf dieses Projekt, in dem so viele Nationen zusammen Fußball spielen“, sagt er. Fußball als Mittel zur Integration: „Das ist genau das, was wir wollen“, sagte Ingrid Simon vom Bundesjugendministerium, das die WM finanziell unterstützt. „Durch Fußball können Kinder lernen, sich gemeinsam für etwas anzustrengen.“

Eröffnet wird das Fussball-Festival – die Eintrittskarten kosten übrigens einen Euro – heute um 13 Uhr 30 von Außenminister Frank Walter Steinmeier und Klaus Wowereit. Eine Stunde später ist Anstoß: Das Gastgeberteam von „fx united“ spielt gegen „Sokak Ligi“ aus der Türkei. In der Pause präsentiert der Musiker Lucry den Festival-Song im Stadion. Abends können die Zuschauer mehr über die einzelnen Projekte erfahren: Der Filmemacher Ciro Cappellari hat einige Teams in ihrer Heimat besucht. Sein Film hat um 21 Uhr 15 im Stadion Premiere.

Bei der Straßenfußball-WM geht es um die „Copa Andrés Escobar“, benannt nach dem kolumbianischen Spieler, der 1994 nach der WM in den USA wegen seines Eigentors ermordet wurde. Eine Spielerin des kolumbianischen Teams enthüllte bei der Stadioneröffnung die Trophäe. Sie zeigt einen bronzenen Fußballspieler mit einem Ball in den Händen, auf dem eine Friedenstaube sitzt. Gespielt wird mit einem Ball, der in Pakistan unter fairen Bedingungen genäht wurde. „Ein besonderer Ball“, sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath, „für ein ganz besonderes Turnier“.

Programm und Spielplan:

www.festival06.org

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