• Zitty
  • Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Berlin 030
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Straßennamen : Aprilscherz: Kreuzberg sieht doppelt

01.04.2010 16:04 Uhrvon
330212_3_xio-fcmsimage-20100331222848-006000-4bb3b080b71a0.heprodimagesfotos83120100401berlin-strassennamen.jpg Foto: Mike WolffBild vergrößern
So könnte es aussehen. In Kreuzberg sollen Straßennamen künftig zusätzlich in türkischer Sprache ausgeschildert werden. - Foto: Mike Wolff

UPDATE Plant Bundeskanzlerin Merkel nach ihrem Besuch in Ankara wirklich deutsch-türkische Straßenschilder für Berlin? Unser Aprilscherz hat voll eingeschlagen.

Der Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Merkel gilt im Ergebnis als missraten – doch es könnte sein, dass er erfolgreich gescheitert ist. Denn Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte, hat eine bislang noch nicht bekannte Vereinbarung mitgebracht, die sie „einen kleinen EU-Beitritt“ nennt. Berlin-Kreuzberg und der Istanbuler Stadtteil Üsküdar sollen zu deutsch-türkischen Modellregionen entwickelt werden. Erster Schritt auf diesem Weg: Wichtige Straßen der beiden Stadtteile werden zweisprachig benannt.

Unter der Hand heißt es, die Bundeskanzlerin selbst habe dies unter Hinweis auf eine ähnliche Regelung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz vorgeschlagen – dort wird das sorbische Erbe der Region beispielsweise auf zweisprachigen Ortsschildern bewahrt.

Ähnliche Regelungen gibt es auch zwischen Finnland und Schweden. Franz Schulz (Grüne), der Bezirksbürgermeister von Kreuzberg-Friedrichshain, begrüßte den Vorschlag als „bedeutsamen Schritt zur Integration“, warnte aber davor, damit andere Migrantengruppen, beispielsweise Araber, auszugrenzen. „Dennoch, wo sonst? Ich freue mich auf Haçtepe-Friedrichshain!“

Eine deutsch-türkische Arbeitsgruppe unter Leitung des Regionalarchivars und Chefs der Kreuzberger Stadtbildkommission, Gregor Meyer-Güç, wird nun Vorschläge erarbeiten, welche Straßen und Plätze des Bezirks sich für die Doppelbenennung eignen. Meyer-Güç erläutert: „Grundsätzlich müssen wir die Frage beantworten, ob wir nur Straßen auswählen, die sich problemlos übersetzen lassen, oder auch solche, die einen schlecht übertragbaren Eigennamen enthalten.“

Im Klartext hieße das: Es wird überlegt, ob das Kottbusser Tor beispielsweise ohne große Übersetzungsmühen künftig gleichwertig „Kottbuss kapisi“ heißen kann und die Schönleinstraße beispielsweise „Schönlein sokagi“. Zur kompletten Übertragung eignen sich etwa die Bergmannstraße („madenci sokagi“), die Sackgasse („çikmaz sokak“) oder der Südstern („nisan bir“). Meyer-Güç gibt weiter zu bedenken, dass bereits kürzlich umbenannte Straßen nicht schon wieder einen neuen Namen erhalten sollten, um die Bewohner nicht zu verunsichern. „Da haben wir das May-Ayim-Ufer, an das sich die Bürger gerade gewöhnen“, sagt er, „da sollte jetzt nicht gleich das ,May Ayim sahil‘ draufgesetzt werden“.

In ersten Stellungnahmen zeichnet sich ab, dass eine Kontroverse kaum zu vermeiden sein wird. Der grüne Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele erklärte: „Mittelfristig ist die Frage nicht mehr, ob sich die doppelten Schilder durchsetzen, sondern wann dies geschieht.“ Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky (SPD) warnt dagegen seinen Kollegen Schulz: „Das nenne ich einen weiteren Schritt zur Parallelgesellschaft.“ Er kritisierte, dass türkische Einwanderer bald alles in ihrer Heimatsprache erledigen könnten, nun auch die Postzustellung. „In der deutschen Unterschicht wird es nicht verstanden und in der migrantischen Unterschicht verläuft sich die Oma trotzdem.“

Update 16 Uhr: Liebe Leser, diese Meldung ist ein Aprilscherz! Viele von Ihnen haben es gemerkt und auch entsprechend kommentiert. Diese Kommentare schalten wir erst jetzt frei, weil wir den Scherz nicht vorzeitig auflösen wollten. Alle anderen Leser bitten wir um Verständnis.

Folgen Sie unserer Berlinredaktion auf Twitter:

Tanja Buntrock:
Karin Christmann:


Robert Ide:


Sigrid Kneist:


Anke Myrrhe:


Hier twittert die Stadtleben-Redaktion des Tagesspiegels. Tipps und Trends, Themen und Termine - alles, was die Stadt bewegt:



Machen Sie mit und verlinken Sie Ihre morgendlichen Fotos mit dem Hashtag #gmberlin. Oder schicken Sie Ihre Fotos wie gewohnt an leserbilder@tagesspiegel.de! Wir freuen uns auf Ihre Bilder!


Die ersten Ergebnisse sehen Sie in unserer Fotostrecke.


Tagesspiegel lokal

Kreuzberg Blog

Berlin ist Kreuzberg. Und umgekehrt. Kaum ein anderer Berliner Bezirk wird so stark mit der Hauptstadt in Verbindung gebracht wie Kreuzberg. Was die Kreuzberger bewegt, viele Kiezgeschichten und Meinungen lesen Sie im hyperlokalen Projekt des Tagesspiegels.
Zum Kreuzberg Blog


Wedding Blog

Der Wedding lebt. Nur wie? Finden wir es heraus, gemeinsam. Wir: die Leser und die Journalisten des Tagesspiegels. Wir schreiben: Ein Blog über den Wedding. Den alten. Den neuen. Den guten. Den schlechten. Und den dazwischen. Früher Bezirk, bis heute Ereignis. Machen Sie mit beim Wedding Blog!
Zum Wedding Blog


Zehlendorf Blog

Zehlendorf – fein, langweilig, reich? Denkste! Wir hinterfragen gemeinsam mit Jugendlichen, Erwachsenen, Prominenten Klischees und schreiben spannende Geschichten aus dem Stadtteil: über Menschen, lokale Politik und ein Lebensgefühl mit Wasser und Wald. Schreiben Sie mit am Zehlendorf Blog!
Zum Zehlendorf Blog

Umfrage

Welcher Berliner SPD-Politiker erscheint Ihnen als Nachfolger Wowereits am geeignetsten ?

Tagesspiegel twittert

Service

Empfehlungen bei Facebook

Nachrichten aus den Bezirken

Weitere Themen

Der Tagesspiegel im Sozialen Netz

Veranstaltungen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden regelmäßig Salons, Vorträge und Debatten statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...