Straßenverkehr : Schwere Unfälle unter Radlern

Berlins Radler bringen sich zunehmend gegenseitig in Gefahr. Alleine in den vergangenen zwei Wochen gab es drei Zusammenstöße von Radfahrern, bei denen Beteiligte erhebliche Verletzungen erlitten.

Der letzte Unfall ereignete sich am Donnerstagabend in Tegel. Ein 78-jähriger Radler war vom Gehweg der Brunowstraße auf die Berliner Straße gewechselt. Dabei übersah er laut Polizei einen 40-Jährigen, der auf seinem Rad nahte. Beide prallten zusammen, der Ältere zog sich schwere Kopfverletzungen zu.

Nur einen Tag vorher ereignete sich ein ähnlicher Unfall auf der Weinmeisterstraße in Mitte. Auch dort streifte eine Radlerin beim Wechsel vom Bürgersteig auf die Fahrbahn einen Radfahrer auf der Straße. Dabei verletzte sie sich schwer.

Dass solche Unfälle seit einigen Jahren häufiger geschehen, hängt aus Sicht der Polizei auch mit der starken Zunahme des Radverkehrs zusammen. Heute sind fast doppelt so viele Berliner regelmäßig per Rad unterwegs als Mitte der neunziger Jahre. Dieser Trend zum umweltfreundlichen Fahrrad wird zwar generell begrüßt, schafft aber auch Probleme, die nach Einschätzung von Polizei und Radfahrclubs noch längst nicht ausreichend gelöst sind.

So rügte Benno Koch, Fahrradbeauftragter des Senats, am Freitag, dass noch immer viele Radwege viel zu schmal seien. Eine Breite von anderthalb Metern reiche zum sicheren Überholen nicht aus. Immer wieder würden Radler dadurch zur Fahrbahn hin abgedrängt oder gefährdeten sich gegenseitig. Die Polizei ermahnte Berlins Radfahrer angesichts der jüngsten Unfälle zu „umsichtigem und diszipliniertem“ Fahren.

Radwege würden häufig entgegen der vorgeschriebenen Richtung genutzt, was am 16. August in Niederschöneweide einen Unfall verursachte. Eine 50-Jährige, die in der falschen Richtung unterwegs war, prallte mit einem entgegenkommenden Radler so heftig zusammen, dass sie mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus kam. Zwei Wochen vorher waren zwei Radler in Rahnsdorf kollidiert. Einer der beiden fuhr ohne Licht. CS

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