Streik der Tierpfleger in Zoo und Tierpark : Bitte weiter füttern!

Im Mai wollen die Tierpfleger des Berliner Zoos und des Tierparks streiken - beide Anlagen sollen demnach geschlossen bleiben. Doch der Arbeitskampf soll nicht auf Kosten der Tiere gehen.

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Diese Elefanten müssen sich wohl keine Sorgen um ihr Futter machen.
Diese Elefanten müssen sich wohl keine Sorgen um ihr Futter machen.Foto: dpa

Hungrige Tiere, alleingelassen in ihren Gehegen? „Nein“, sagt Jürgen Stahl, Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi. So weit werde man natürlich nicht gehen beim Streik der Tierpfleger im Zoo und Tierpark, der noch im Mai beginnen soll. „Die Elefanten, Reptilien oder Giraffen dürfen unter unserem Arbeitskampf nicht leiden. Die füttern wir weiter.“ Falls es erstmals in der Geschichte von Berlins Tiergärten zum Ausstand kommt, will die Gewerkschaft über fehlendes Servicepersonal Druck ausüben. Als Streikziel sollen Zoo und Tierpark geschlossen bleiben.

Ob sich der Konflikt in den nächsten Tagen derart verschärft, hängt zur Zeit vom Vorstand und der Geschäftsführung der Zoologischen Garten Berlin AG und der Tierpark Friedrichsfelde GmbH ab. Für beide Anlagen sind Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz und Finanzchefin Gabriele Thöne zuständig. Das Führungsduo traf sich seit Jahresbeginn drei Mal zu Tarifgesprächen mit Verdi, doch es gab keine Einigung. Bei Verdi ist der Geduldsfaden nun gerissen. „Wenn sich die Gegenseite nicht rasch auf uns zubewegt, streiken wir.“

Die Arbeitgeber boten für die rund 400 Beschäftigten, darunter 200 Tierpfleger, für 2013 und 2014 jeweils Lohnsteigerungen von 1,5 Prozent an, die Gewerkschaft fordert 6,7 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit des Vertrages von zwölf Monaten. Allein das neue Zoo-Vogelhaus, das im Juni eröffnet werden soll, koste rund 12 Millionen Euro, sagt Verdi-Mann Jürgen Stahl. „Alles prima – aber angesichts solcher Investitionen muss auch mehr Geld für die Menschen da sein.“

Laut Verdi verdienen Tierpfleger im Zoologischen Garten durchschnittlich 1850 Euro brutto im Monat, hinzu kommen Zuschläge für Wochenend- und Nachtdienste. Die Pfleger in Friedrichsfelde bekommen brutto 0,5 Prozent weniger. 2009 und 2010 seien die Einkommen letztmals um insgesamt knapp drei Prozent erhöht worden.

Die Kaufmännische Leiterin von Zoo und Tierpark, Gabriele Thöne, sagte, sie sei offen für weitere Gespräche. Die Verdi-Forderung sei aber „wirtschaftlich nicht zu verkraften“. Das Land habe dem Tierpark die Zuschüsse gekürzt, der Zoo bekomme gar keine Unterstützung. Die Investitionen könne man nicht einfach mit den Löhnen vermengen, sie stammten zum großen Teil aus zweckgebundenen Fördertöpfen.

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