Streit im Abgeordnetenhaus : Forschungsreaktor Wannsee geht wieder in Betrieb

Eineinhalb Jahre wurde der Atomreaktor in Wannsee umgebaut. Jetzt soll dort wieder geforscht werden. Aber Kritiker befürchten, dass er nicht sicher ist. Die Grünen sprechen von einem Skandal.

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Forschen im Wald. Das Helmholtz-Zentrums am Wannsee
Forschen im Wald. Das Helmholtz-Zentrums am WannseeLutz Hannemann

Wahrscheinlich und unwahrscheinlich sind relative Begriffe. So ist es nach Ansicht von Alf Jarosch ein unwahrscheinliches Ereignis, dass ein Flugzeug in den Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums am Wannsee stürzt. Das sagte der von der Piratenfraktion geladene Experte vom Antiatombündnis am Mittwoch im Berliner Abgeordnetenhaus. Allerdings hätten es japanische Experten für genauso unwahrscheinlich gehalten, dass ein Erdbeben der Stärke 9 Fukushima erschüttern und eine 14 Meter hohe Tsunami-Welle auslösen würde. Und da – so Jarosch – bei einem Flugzeugabsturz auf den Berliner Reaktor immerhin ein Zehntel der radioaktiven Last von Fukushima freigesetzt werden könnte, hält er dieses Risiko für zu groß.

Die vergangenen eineinhalb Jahre wurde der Forschungsreaktor umgebaut. Dass er nun wieder in Betrieb geht, kann und will der Senat nicht verhindern. Das war das Ergebnis der Mittwoch-Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. „Ein Skandal“, kommentierte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Felicitas Kubala. Ihre Partei hatte beantragt, den Reaktor bis zur Abklärung der Risiken nicht in Betrieb zu nehmen. Abgestimmt wurde über den Antrag noch nicht, die Diskussion ließ viele Fragen offen.

Proteste gegen den Berliner Atomreaktor
Die Autofahrer müssen warten. Aktivisten simulierten am Samstag auf dem Mexikoplatz in Zehlendorf, was Anwohnern im Fall einer Kernschmelze im Forschungsreaktor auf dem Helmholtz-Zentrum droht.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Sandra Dassler
03.03.2012 19:01Die Autofahrer müssen warten. Aktivisten simulierten am Samstag auf dem Mexikoplatz in Zehlendorf, was Anwohnern im Fall einer...

Im Juni hatte das Parlament unter dem Eindruck von Fukushima eine Sonderprüfung für den Forschungsreaktor beschlossen. Die war erfolgt – allerdings, so die Kritiker, nur auf Grundlage der Genehmigungsunterlagen sowie von Unterlagen des die Anlage betreibenden Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB). Eine Prüfung des realen Zustands vor Ort fand nicht statt. Das sei auch nicht nötig gewesen, argumentierte die wissenschaftliche HZB-

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