Streit im Berliner Abgeordnetenhaus : Linke möchte sich mit AfD keine Klinke teilen

Die Fraktion der Linken arbeitet im Berliner Abgeordnetenhaus nur ungern Tür an Tür mit der AfD. Eine Glosse über den Abschottungswahn der Linken.

Der Schnee schmilzt, doch die Zankerei zwischen Linken und AfD bleibt.
Der Schnee schmilzt, doch die Zankerei zwischen Linken und AfD bleibt.Foto: Britta Pedersen/dpa

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. In der fünften Etage des Abgeordnetenhauses bemüht die Linksfraktion derzeit den Genossen Friedrich Schiller, um ihre Ängste auszuleben. Denn die Abgeordneten der Regierungspartei arbeiten dort (Glas-)Tür an Tür mit der AfD, anders ließ es sich räumlich nicht machen. Um diese gläserne Tür entspannt sich nun ein Streit, weil die Linken sich von den strammen Rechten wasserdicht abschotten wollen. Mit einem neuen Schloss und einer Klinke nur auf ihrer Seite. Auch eine Sichtschutzfolie wurde angebracht.

Die Linken haben Angst, dass die AfDler sensible Dokumente klauen oder Besucher ausspähen könnten. Der Schatten des Bösen, so hört sich das an, legt sich auf die helle Seite des Sozialismus. Diese Phobie sollte die Linksfraktion schnell behandeln lassen. Das ausgetauschte Schloss wurde auf Betreiben der AfD jetzt wieder ausgebaut, der Trakt der Linken droht ungeschützt zu bleiben.

Der Parlamentspräsident soll den Türenstreit schlichten

Was tun? Anfang der Woche will Parlamentspräsident Ralf Wieland auf beide Fraktionen zukommen, durch welche Tür auch immer. Er übt im Parlament das Hausrecht und die Polizeigewalt aus – und wir hoffen auf eine weise Entscheidung. Die AfD gibt sich im Streit um Tür, Schloss und Klinke betont gelassen, ihr bietet die Linke mit ihrem albernen Verfolgungswahn auch eine Steilvorlage.

Weil die Linksfraktion möglicherweise nicht bibelfest ist, sei ihr dieses Zitat aus dem Buch der Offenbarung ans Herz gelegt: Siehe ich habe dir eine offen Türe gegeben, und niemand kann sie schließen. Es gibt nun mal Dinge im Leben, die sollte man so nehmen, wie sie sind.

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!

89 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben