Berlin : Streit nach Gedenkfeier für Galinski

Evelyn Hecht-Galinski, die Tochter des vor 20 Jahren verstorbenen einstigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Berlin und des Zentralrats der Juden Deutschlands, Heinz Galinski, hat den heutigen Gemeindevorsitzenden der Berliner Juden, Gideon Joffe, und den Senat hart kritisiert. Bei der Feierstunde zum 20. Todestag Galinskis am Donnerstag auf dem Jüdischen Friedhof in Westend habe Joffe in seiner Rede das Gedenken an ihren Vater für eine „unerträgliche Tirade“ zu aktuellen politischen Themen im Zusammenhang mit dem Judentum „missbraucht“, sagte sie dem Tagesspiegel. Heinz Galinski sei in der Ansprache kaum vorgekommen. Anstoß nahm die Tochter auch daran, dass kein Senatsvertreter bei der Feier anwesend war.

Laut einem Senatssprecher lag im Roten Rathaus keine Einladung vor. „Wir wussten davon nichts.“ Gleichwohl habe der Senat anlässlich des 20. Todestages von sich aus am Grab einen Kranz niederlegen lassen, was Galinskis Tochter dementiert. „Da lag kein Kranz vom Senat.“ Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit würdigte Galinski am Donnerstag in einer Erklärung als „wichtigen Mahner für Demokratie und Freiheit“. Auch in der Galerie der Ehrenbürger im Abgeordnetenhaus wurde ein Gebinde vor Galinskis Bild niedergelegt.

Gideon Joffe war am Freitag nicht erreichbar. Der 39-jährige Betriebswirt wurde im März 2012 zum neuen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde gewählt, er ist intern aber heftig umstritten. CS

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