Streit : Roma-Familien blockieren Kita in Kreuzberg

Nachdem die Polizei eine Gruppe Roma aus dem Görlitzer Park in Kreuzberg verwiesen hatte, zogen diese ins Bethanien. Jetzt sitzen die Familien in der Räumen einer Kita.

Florian Ernst

In Kreuzberg spitzt sich ein Streit um knapp 60 aus Rumänien stammende Roma zu. Bislang gewährten die Besetzer des „New Yorck“ im Südflügel des Bethanien den Familien Unterschlupf. Doch seit Freitagabend haben sich die Roma offenbar auch in Räumen einquartiert, die kürzlich saniert wurden und in denen ab kommender Woche eine Kita vorübergehend untergebracht werden sollte.

Kreuzbergs Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) ist über diese Situation verärgert. Er ist der Ansicht, dass es sich bei den Roma nicht um Flüchtlinge oder Asylbewerber handelt, sondern „um Touristen, die ohne Dach über dem Kopf campieren.“ Dass die Besetzer den Familien Unterkunft gewähren, nannte er „eine generöse Geste“ – jetzt müsse aber eine langfristige Lösung gefunden werden.

Doch auch die Bethanien-Besetzer hatten die Unterkunft für die Roma-Familien offenbar nur als Angebot auf Zeit betrachtet. Das wurde am Freitag deutlich, als sie und mehrere Roma-Vertretern der Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) einen offenen Brief überreichten, in dem sie Wohnungen für einen langfristigen Verbleib der Familien in Berlin forderten. Die Senatorin bot daraufhin an, die Roma vorübergehend in einem Flüchtlingsheim in der Motardstraße in der Spandauer Siemensstadt unterzubringen, was diese jedoch ablehnten. Unter anderem, weil es nicht zentral genug gelegen sei, sagte Knake-Werner am Samstag.

Ins Bethanien waren die Roma gezogen, nachdem sie die Polizei aus dem Görlitzer Park in Kreuzberg verwiesen hatte, wo sie zuvor zwei Wochen ohne Zelte unter freiem Himmel gehaust haben sollen. Da sich auch mehrere Kleinkinder unter ihnen befanden, hatte sich am Mittwoch auch die Kreuzberger Jugendstadträtin Monika Hermann (Grüne) mit dem Fall beschäftig. Nach Prüfung der Lage habe man sich entschieden, die Kinder bei der Familie zu belassen, sagte sie. Am Montag soll es weitere Gespräche über die künftige Unterbringung geben. 

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