Berlin : Streit um Bahnverkehr zum Flughafen Schnelle Anbindung ist den Planern zu teuer

Klaus Kurpjuweit

Auch ein gutes Jahr vor der Eröffnung des Nord-Süd-Tunnels der Bahn ist noch nicht geklärt, wie der Flughafen Schönefeld ins Liniennetz integriert werden soll. Klar ist, dass die Nord-Süd-Verbindungen von Rostock und Stralsund Richtung Jüterbog durch den Tunnel fahren werden. Offen ist dagegen nach wie vor, wie der Regionalverkehr dann fahren soll. Heute verbinden die Linien des Regionalverkehrs das Stadtzentrum umsteigefrei alle 30 Minuten mit dem Flughafen Schönefeld. Die Fahrt vom Zoologischen Garten dauert eine halbe Stunde. Die S-Bahn fährt die Strecke zwar ebenfalls, benötigt aber rund 50 Minuten.

Die Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) haben zwar wie berichtet ein Konzept für eine schnelle Verbindung entwickelt, doch noch hat der Senat den Plänen nicht zugestimmt. Nach diesem Konzept sollen stündlich die Züge aus Belzig über die Stadtbahn zum Flughafen fahren. Ebenfalls stündlich würde die Regionalbahn aus Nauen bis zum Flughafen und weiter Richtung Senftenberg fahren. So gäbe es wieder einen 30-MinutenTakt beim Regionalverkehr vom Zentrum zum Flughafen.

Doch die knappen Finanzen haben die Planer in der Senatsverkehrsverwaltung auf andere Ideen gebracht. Sie wollen, um Geld zu sparen, die Züge der Regionalbahn 10 aus Nauen sogar schon in Spandau enden lassen, statt jeden zweiten Zug durch die Stadt bis zum Flughafen zu führen. In Spandau müssten die Fahrgäste in die S-Bahn umsteigen.

Die Planer treten beim Regionalverkehr in der Stadt schon seit Jahren auf die Bremse. Am liebsten würden sie alle Züge am jeweils ersten S-Bahnhof enden lassen, wo die Fahrgäste dann umsteigen müssten. Dass derzeit die Regionalexpress-Züge durch die Stadt fahren, ist vor allem dem Druck von Brandenburg zu verdanken.

Ursprünglich wollte der Verkehrsverbund sein Konzept jetzt auf fünf so genannten Regionalkonferenzen in Brandenburg vorstellen. Er wurde aber zurückgepfiffen und sagte deshalb kurzfristig alle Veranstaltungen ab. Die offizielle Begründung klingt anders: Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer und Brandenburgs Infrastrukturminister Frank Szymanski (beide SPD) wollen das Konzept gemeinsam selbst vorstellen – vorausgesetzt, man hat sich bis dahin geeinigt.

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