Streit um BBI : Flugsicherung will Routenkompromiss vorlegen

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will am Montag die endgültig überarbeitete Varianten für die künftigen Flugrouten beim Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) präsentieren.

Am Montag wird der Fluglärmkommission ein neuer Kompromissentwurf vorgelegt.
Am Montag wird der Fluglärmkommission ein neuer Kompromissentwurf vorgelegt.Foto: dpa

Die Streckenverläufe waren in den vergangenen Monaten korrigiert und justiert worden, seit die im September 2010 vorgelegte Routen für öffentliche Proteste sorgten. Die neuen Varianten werden den Mitgliedern der Fluglärmkommission in Schönefeld vorgestellt.

Nach Informationen aus der Kommission werden nunmehr umstrittene Überflüge an der Wannseebrücke im Berliner Südwesten vermieden. Neue Teillösungen gibt es auch für den Bereich Zeuthen. Vom Tisch sind Belastungen für Bürger in Lichtenrade im Süden der Stadt.
Die Suche nach optimalen Flugrouten erwies sich als komplex, weil Flugzeuge bei Parallelstarts einen Sicherheitsabstand einhalten müssen und das Gesetz dafür sogenannte abknickende Routen fordert.

Davon waren bei fast allen bisherigen Varianten verschiedene Gemeinden und Kommunen betroffen. Der BBI soll am 3. Juni 2012 eröffnet werden.

Einige Mitglieder der Fluglärmkommission sind zerstritten. Am Wochenende wurden Rücktrittsforderungen an die Adresse der Kommissionsvorsitzenden, Kathrin Schneider, laut. Bereits Anfang Mai hatte der Vorsitzende des Bürgervereins „Leben in Zeuthen“, Martin Henkel, sie als „ungeeignet“ für die Funktion bezeichnet.

Protest gegen Flugrouten über Berlin und Brandenburg
Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 93Foto: dapd
13.01.2012 21:01Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen.

Schneider ist im Hauptberuf Chefin der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg. Die Abteilung ist für die Raumordnung und Landesplanung in beiden Ländern zuständig.

Henkel zufolge hätten die Planer bereits seit Jahren gewusst, dass Flugzeuge nach dem Start von parallel verlaufenen Bahnen nicht geradeaus fliegen dürfen. Vor allem Schneider habe dies hätten vielen Bürgern vorenthalten. (dapd)

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