Berlin : Streit um den Park am Spreeufer

Künstler: Kein Teil-Abriss der East Side Gallery

Matthias Oloew

Die Planungen für einen Park an der East Side Gallery stocken. Eigentlich hätten in diesen Tagen Bauarbeiter damit beginnen sollen, die künstlerisch gestaltete Mauer auf 45 Metern Länge aufzubrechen und das Spreeufer mit einer Promenade und Bänken aufzuhübschen. Doch gegen den Mauerdurchbruch wehrt sich die Künstlerinitiative East Side Gallery und hat eine Einstweilige Verfügung erwirkt. Zusätzliche Probleme sind am Ufer aufgetaucht: Die Keller und Fundamente der Häuser, die hier einmal standen, sind wieder zu Tage getreten, so dass die Umsetzung des preisgekrönten Entwurfs für den Grünzug an der Spree fast doppelt so teuer wird wie ursprünglich veranschlagt.

Wie berichtet, soll die East Side Gallery einen Durchbruch erhalten, damit eine Sichtachse entsteht von der Spree auf die geplante Anschutz-Arena an der Mühlenstraße. Vorgesehen ist, von der Halle einen Weg direkt auf die Spree zuführen zu lassen. Am Ufer soll ein Ankerplatz für Ausflugsschiffe entstehen. Die Künstlerinitiative wehrt sich gegen den Mauer-Durchbruch und macht eine „Verletzung des Urheberpersönlichkeitsrechtes“ geltend. Die herausgebrochenen Mauerteile sollen nach den bisherigen Plänen zwar an anderer Stelle in dem Grünzug wieder aufgestellt werden. Damit sind die Künstler jedoch nicht einverstanden. Stadtentwicklungsverwaltung und Bezirk wollen jetzt abwarten, wie das Landgericht in der Hauptsache entscheidet. Das wird in zwei Wochen sein.

Baustadtrat Franz Schulz (Grüne) muss darüber hinaus abwarten, ob der Senat die geschätzten Zusatzkosten von 400 000 Euro für die Promenade an der Spree übernimmt. Geplant ist, den Uferweg auf dem Niveau der Kaimauer anzulegen. Dann müssten die jetzt gefundenen Keller und Fundamente abgerissen werden. Schulz schlägt stattdessen vor, die Keller im Boden zu belassen und Weg darüber laufen zu lassen. Das würde aber nicht mehr dem Entwurf entsprechen, und den, so die Stadtentwicklungsverwaltung, möchte die Senatsverwaltung unbedingt umsetzen.

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