Berlin : Streit um die Maueropfer: Drei Mauertote mehr als bislang bekannt

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Der Streit um die Zahl der Maueropfer geht weiter. Nach neuesten Erkenntnissen der Arbeitsgemeinschaft 13. August kamen an der innerdeutschen Grenze 960 Menschen ums Leben. Das sind drei Opfer mehr als bislang bekannt. Bei den neu aufgelisteten Fällen handelt es sich um drei Berliner. "Erst durch Recherchen in der Gauck-Behörde sind wir auf diese Opfer gestoßen", sagte Alexandra Hildebrand von der Arbeitsgemeinschaft dem Tagesspiegel.

Ein bislang unbekanntes Opfer des Grenzregimes ist etwa Herbert Kiebler. Er starb 1975, als er über die Berliner Mauer klettern wollte. Die Stasi schleppte die Leiche jedoch nach Potsdam und setzte die Legende in die Welt, Kiebler habe sich selbst umgebracht. Er war 23 Jahre alt.

Auf Grund weiterer Recherchen geht die Arbeitsgemeinschaft 13. August von etwa 1000 Todesopfern an der DDR-Grenze aus. Wie berichtet, zweifeln staatliche Stellen diese Zahlen an. Die Berliner Staatsanwaltschaft registrierte 270 Opfer an der innerdeutschen Grenze, die Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität zählte 421 Todesfälle. Hildebrand will diesen Streit nicht führen: "Ich habe Angst, darüber nachzudenken. Das ist alles viel zu grausam."

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