Berlin : „Streit um Fanmeile schadet Berlin“ Tourismus-Chef Nerger kritisiert Politiker

Berlins oberster Tourismuswerber Hanns Peter Nerger kann immer noch nicht glauben, dass es in der Stadt keine Fanmeile für die gesamten drei Wochen der Fußball-Europameisterschaft geben könnte: „Da kommt so ein Stadtrat in Mitte daher und sagt auf einmal ,Nein‘“, wetterte Nerger gestern vor Journalisten. Der politische Streit um Fußballübertragungen auf dem Alexanderplatz, die schließlich nicht genehmigt wurden, sei „unglaublich“ und schade Berlin. Viele Besucher fragten seit Wochen nach der Fanmeile und seien enttäuscht, dass es diese – wie vom Senat beschlossen – erst ab dem Halbfinale am Brandenburger Tor geben wird. Nerger erinnerte daran, dass bei der Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren in vier Wochen mehr als zehn Millionen Menschen die Fußballübertragungen am Brandenburger Tor gefeiert hatten. Die Bilder von der Riesenparty mitten in Berlin seien um die Welt gegangen und hätten der Stadt die beste Werbung beschert. 2007 seien die Tourismuszahlen überdurchschnittlich gestiegen.

Senatssprecher Richard Meng sagte, der Senat bedauere, dass kein anderer Platz für eine kleinere Fanmeile von Beginn der EM an gefunden wurde. Allerdings könne man nicht erwarten, dass sich die tolle Stimmung von 2006 wiederholen werde: „Die EM findet nun mal nicht in Deutschland statt. Es kommen also keine Fußballfans aus der ganzen Welt.“ Die Veranstalter der Fanmeile am Brandenburger Tor wollen dennoch dafür kämpfen, dass die Spiele wenigstens ab dem Viertelfinale übertragen werden.

Abgesehen vom Fanmeilen-Streit zog Nerger eine positive Bilanz. Im ersten Quartal dieses Jahres sei die Zahl der Berlin-Besucher um 1,8 Prozent auf knapp 1,58 Millionen gestiegen. Vor allem der Anteil von Bürgern aus der USA habe sich auch dank der Direktflüge Berlin-New York erhöht. Bis zum Jahr 2011 werde die Zahl der Hotelbetten von jetzt 91 000 auf mehr als 100 000 steigen. das/Ha

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