• Streit um Friedrichstraße: Senat will an der Ecke Unter den Linden mehr Bebauung als Bezirk - Investor plant Medienzentrum

Berlin : Streit um Friedrichstraße: Senat will an der Ecke Unter den Linden mehr Bebauung als Bezirk - Investor plant Medienzentrum

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Mit dem Neubau eines Medienzentrums Friedrichstraße Ecke Unter den Linden will ein Projektentwickler eine der bekanntesten Freiflächen im Zentrum der Stadt ausfüllen. Nach Vorstudien der City Media Consult GmbH (CMC) soll parallel zum Hotel Unter den Linden ein siebengeschossiges Büro- und Wohngebäude entstehen, in dem Redaktionen, Agenturen, Verlage und ein Pressecafé Platz finden. Noch befindet sich die CMC in Kaufverhandlungen mit dem Senat, dem das Grundstück gehört.

Streit über die Art der Bebauung gibt es derweil allerdings zwischen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und dem Bezirk. Das Bezirksamt Mitte bereitet zurzeit einen Bebauungsplan vor, der an der Kreuzung zwar ein Geschäftshaus, aber auch einen "Stadtplatz" vorsieht. Die Senatsverwaltung beharrt auf eine Blockbebauung ohne Platz, entsprechend Strieders städtebaulichem Konzept "Planwerk Innenstadt". Mittes Baustadtrat Thomas Flierl (PDS) warnte gestern davor, die "alten Schluchten" der Friedrichstraße auch an dieser Stelle wieder herzustellen. Es sei eine "Sünde", den vorhandenen Platz an der "wichtigsten Kreuzung Berlins" komplett zu zerstören.

Die City Media Consult GmbH (CMC) bemüht sich nach Angaben ihres Geschäftsführers Mike Uwe Hinkel seit gut einem Jahr um den Kauf des 2003 Quadratmeter großen Areals. Vergangenen Oktober schloss das Unternehmen mit dem Senat einen an Bedingungen geknüpften Optionsvertrag über das Grundstück ab, gestern stellte sie das Projekt vor. Nach Angaben der Finanzverwaltung soll sich noch in dieser Woche entscheiden, ob das Areal direkt an CMC veräußert oder zum Verkauf ausgeschrieben wird. Den Verkehrswert des Grundstücks bezifferte Hinkel auf 83 Millionen Mark. Zentrum des Bauvorhabens soll Hinkels Angaben zufolge ein gläsernes Fernsehstudio sein, um das Redaktions- und Geschäftsräume sowie zu 20 Prozent Wohnungen entstehen könnten. Finanziert werden soll das Vorhaben von der Hypovereinsbank. Die Baukosten würden rund 160 Millionen Mark betragen. Hinkel zufolge haben über 30 Verlage, Agenturen und Redaktionen Interesse bekundet, sich in dem Geschäftshaus niederzulassen. Im Streit, ob Stadtplatz oder nicht, sei der Investor neutral.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beharrt hingegen auf der Blockrandbebauung. "Wenn der Bezirk Flächen frei halten will, muss er sie kaufen", sagte gestern Sprecherin Dagmar Buchholz. Nach Angaben von Baustadtrat Flierl sei nun entscheidend, ob das Bezirksamt die Planungshoheit behalte. Rechtlich könnte die Senatsverwaltung das Verfahren auch an sich ziehen.

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