Berlin : Streit um Fußgängerbrücke über den Landwehrkanal

Klaus Kurpjuweit

Es bleibt dabei: Beim Weg von Park zu Park müssen Fußgänger und Radfahrer am Landwehrkanal zwei Mal die Straße überqueren. Was Kritiker als Schildbürgerstreich bezeichnen, ist für die Planer in der Stadtentwicklungsverwaltung der ideale städtebauliche Entwurf.

Die neue Fußgängerbrücke soll die beiden Parkanlagen am Potsdamer Platz nördlich vom Landwehrkanal und auf dem Gleisdreieck südlich vom Kanal verbinden und einen zusammenhängenden Grünbereich schaffen. Dieser gehört zu den Ausgleichsmaßnahmen für die Bebauung des Potsdamer und des Leipziger Platzes. Den Wettbewerb für die Brücke hat der Architekt Max Dudler gewonnen.

Vorgabe der Verwaltung war eine Brücke, die nur den Landwehrkanal, nicht aber die parallelen Uferstraßen überquert. Eine Brücke über Straßen und Kanal wäre ein Monstrum geworden und städtebaulich sehr problematisch, sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Rohland. Da die Brücke auch sehr hoch werden müsste, wären zudem auf beiden Seiten steile Rampen erforderlich, die Behinderten nicht zuzumuten seien. Dabei stützt sich die Verwaltung auf ein Gutachten, das zu diesem Ergebnis gekommen war.

Verschiedene Gruppen, wie die Parkgenossenschaft Gleisdreieck, das Netzwerk für 20 grüne Hauptwege in Berlin, der Fußgängerverein Fuss und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), fordern aber weiter eine Brücke, die auch über die Uferstraßen führt. Alles andere sei ein Schildbürgerstreich, zumal es in diesem Bereich bereits Brücken gebe, deren Zugang auch erst nach dem Überqueren der Straßen möglich ist.

Der Neubau, der 1,25 Millionen Euro kosten soll, entsteht zwischen der G.-C.-Marshall- und der Köthener Brücke. Die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Rohland, sagte, dass es am Geld nicht liege und auch für eine lange Version mit der Überbrückung der Straßen reichen würde.

Eine Brücke über Straßen und Kanal hatte es an dieser Stelle schon einmal gegeben. Es war ein Behelfsbau für die Lastwagen, die bei der Bebauung des Potsdamer Platzes Material vom und zum Lagerplatz auf dem Gleisdreieck transportierten. Die Brücke wurde 1998 wieder abgerissen.

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