• Streit um Grabstelle für Hildebrandt Witwe wünscht Beerdigung neben seinem Freund – der Senat lehnt ab

Berlin : Streit um Grabstelle für Hildebrandt Witwe wünscht Beerdigung neben seinem Freund – der Senat lehnt ab

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Der letzte Wille von Rainer Hildebrandt, dem Gründer und langjährigen Leiter des Museums „Haus am Checkpoint Charlie“, wird wohl unerfüllt bleiben. Der vor anderthalb Wochen gestorbene Hildebrandt wollte auf dem Friedhof in der Wilsnacker Straße neben seinem Freund, dem Widerstandskämpfer Albrecht Haushofer, beerdigt werden. Dies ist nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung allerdings nicht möglich, da in der Wilsnacker Straße 1945 ein Notfriedhof für Kriegsopfer entstand, der seit Jahren für weitere Beerdigungen geschlossen ist. „Diese Gräber haben ein dauerndes Ruherecht nach dem Bundesgräbergesetz“, erklärt Hans Georg Büchner von der Abteilung Friedhofswesen. Deswegen könne hier aus rechtlichen Gründen niemand mehr bestattet werden. Da auf dem Friedhof in Tiergarten hauptsächlich Massengräber liegen, sei außerdem unklar, wo genau Hildebrandts Freund Haushofer liege. Es gibt zwar einen Grabstein mit seinem Namen darauf, doch der beschreibt laut Büchner nicht die tatsächliche Grabstelle in dem Sammelgrab.

Hildebrandts Witwe begründet ihren Wunsch nach einer Ausnahmeregelung für ihren verstorbenen Mann damit, dass Rudi Dutschke auf dem Dahlemer St.AnnenFriedhof beerdigt wurde, der damals ebenfalls geschlossen gewesen sein soll. „Dieser Friedhof war und ist nicht geschlossen“, stellt jedoch die Geschichts- und Friedhofsexpertin Rosemarie Köhler fest. Die Gemeinde versuche lediglich, dort möglichst nur ihre Mitglieder zu bestatten.

In Berlin gibt es insgesamt rund 230 Friedhöfe mit 150000 Kriegsopfern in etwa 120000 Gräbern, die dem Bundesgräbergesetz unterliegen. ana

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