• Streit um Grundstück gefährdet Verkehr bei der Fußball-WM Wenn der Bahnhof Charlottenburg nicht umgebaut wird, gerät Terminplan für Strecke zum Stadion durcheinander

Berlin : Streit um Grundstück gefährdet Verkehr bei der Fußball-WM Wenn der Bahnhof Charlottenburg nicht umgebaut wird, gerät Terminplan für Strecke zum Stadion durcheinander

Klaus Kurpjuweit

Der Streit zwischen der Bahn und dem Senat kann die gesamte sorgfältig ausgetüftelte Terminplanung für die Sanierung der S-Bahn, die auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ausgerichtet ist, gefährden, wenn er nicht schnell gelöst wird. Wie gestern berichtet, können sich die Kontrahenten nicht auf den Kaufpreis für ein Grundstück am Stuttgarter Platz einigen, weshalb die Bahn die geplanten Arbeiten am S-Bahnhof Charlottenburg nicht aufnehmen will. Der Abschnitt zwischen Zoo und Charlottenburg wird trotzdem von heute an voll gesperrt. Die Bahn erneuert hier planmäßig die gesamten Gleisanlagen der S-Bahn. Die Bahn verlangt für ein Grundstück – es soll als Ausgleich für Bäume, die den Umbauarbeiten am S-Bahnhof zum Opfer fallen, zur Grünanlage werden – erheblich mehr Geld, als der Senat zu zahlen bereit ist. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) hat deshalb die Zahlung des Landes für die Umbaukosten des Bahnhofs gestoppt. Die Bahn wiederum will erst mit dem Bau beginnen, wenn der Senat das Geld überwiesen hat.

Nach Tagesspiegel-Informationen bietet der Senat für die 4300 Quadratmeter große Fläche 49 Euro je Quadratmeter. Die Bahn verlangt jedoch 581 Euro, weil sie das Gelände als Bauland verkaufen will. Rechtlich ist es derzeit noch Eisenbahnfläche. Ohne Einigung rücken die Bauarbeiter jedoch nicht an, die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste beginnen jedoch bereits heute.

Nach den bisherigen Plänen sollte der Abschnitt zwischen Zoo und Charlottenburg bis zum 13. Dezember gesperrt werden. In diesem Zeitraum wollte die Bahn nicht nur die Gleise erneuern, sondern auch den Bau neuer Bahnsteige in Charlottenburg vorbereiten, die näher am U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße liegen. Weil dies auf Wunsch des Senats geschehen soll, muss das Land von den veranschlagten Kosten in Höhe von etwa 20 Millionen Euro rund fünf Millionen Euro selbst tragen und die Grünanlage als Ausgleich schaffen.

Der Terminplan ist eng, denn ursprünglich sollten die Arbeiten schon am 6. Januar beginnen. Sie wurden dann aber verschoben, weil die Arbeiten an der Wannseebahn nicht rechtzeitig beendet wurden. Dort war die Strecke zwischen Wannsee und Zehlendorf monatelang gesperrt. Sie musste erst fertig werden, damit die Züge von Potsdam über die Wannseebahn ins Stadtzentrum fahren können, wenn die Stadtbahn zwischen Charlottenburg und Zoo gesperrt ist.

Dort sollten die Arbeiten zur Fußballweltmeisterschaft 2006 fertig sein. Jetzt ist nicht ausgeschlossen, dass dann vielleicht der künftige Hauptbahnhof betriebsbereit sein wird, den man für den Verkehr zum Olympiastadion gar nicht benötigt, an der Zufahrtsstrecke der S-Bahn zum Stadion aber munter weiter gebaut wird – mit allen Einschränkungen im Betrieb.

Heute wollen sich die Verantwortlichen immerhin zu einem klärenden Wort treffen.

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