Berlin : Streit um Knut: Zoo-Manager geht

Gerald Uhlich scheidet aus Vorstand aus

Im Zoologischen Garten haben unterschiedliche Auffassungen über Vermarktung und Positionierung sowie Differenzen über Zuständigkeiten personelle Umwälzungen ausgelöst: Der Zoo Berlin und sein kaufmännischer Direktor, Gerald R. Uhlich, gehen nun getrennte Wege. Uhlich scheidet somit auch aus dem Amt des Zoo-Vorstandes aus, das Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz nun zunächst alleine inne hat. Man wolle sich einvernehmlich einigen, was Gehaltsfragen, Kündigungsfristen und die Dienstwohnung am Elefantentor angeht, sagte Jochen Sievers, Vorsitzender des Zoo-Aufsichtsrates. Weder Uhlich noch Sievers wollten sich gestern wegen Vertraulichkeit dazu äußern.

Hinter den Kulissen waren die Differenzen in der Zoo-Doppelspitze zwischen Kaufmann Uhlich und Biologe Blaszkiewitz schon länger bekannt. Der gebürtige Niedersachse, Wissenschaftler und frühere Textilindustriemanager Uhlich kam im Spätsommer 2004 zum Zoo – und trieb dort die Modernisierung voran. Uhlich führte Tickets für Familien, Alleinerziehende und die „Mutter-Card“ ein. Er gründete die Lizenzmarke „Respect Habitat. Knut“ und wollte den Zoo in Zeiten der Debatten über Artenschutz und Klimawandel zu einer Einrichtung mit pädagogischem Auftrag nach amerikanischem Vorbild ausbauen. Doch es gab Streit um die gezielte Vermarktung von Knut, die traditionellen Zoo-Vertretern zu weit geht. Uhlich unterstützte derweil den amerikanischen Bestseller-Autor Craig Hatkoff und dessen Töchter Juliana und Isabella als Co-Autor bei einem Knut-Kinderbuch.

Über Vorstöße Uhlichs gab es oft lange Debatten. Ihm wird vorgeworfen, er habe vorhandene Konzepte zu wenig gewürdigt; den Tierpark vernachlässigt. Blaszkiewitz betonte stets, sein Vorstands-Kollege sei für Bilanzen und Marketing zuständig – er aber für Tiere und Park. kög

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