Berlin : Streit um Kreuzberger Markthalle

Händler wollen zur Sanierung in Container

Harald Olkus

Die Händler der Marheinekehalle in der Bergmannstraße fühlen sich vom Mieterrat Chamissoplatz bevormundet und von Politikern gegen ihren Willen vereinnahmt. „Das ist alles nur Wahlkampfgetöse“, ärgert sich ein Händler. SPD und PDS mischten sich in die Diskussion um die Halle ein, ohne sich mit der Sachlage auseinandergesetzt zu haben.

Die Kreuzberger BVV hatte den Mieterrat Chamissoplatz mit einer Bürgerbefragung beauftragt, in der große Teile des von der Berliner Großmarkt GmbH (BGM) vorgeschlagenen Konzepts abgelehnt werden. Die Händler wehren sich gegen eine „tendenziös“ durchgeführte Kundenumfrage und lehnen das vom Mieterrat vorgeschlagene Alternativkonzept für die Halle ab. Die BGM will die Halle schließen und komplett sanieren. Die Händler sollen während der Bauzeit in einem Containerdorf unterkommen. „Wir haben mit der BGM einen Grundkonsens erzielt und die Zusage erhalten, dass alle Händler nach den Bauarbeiten wieder in die Halle zurückkehren können“, sagt Händlersprecherin Angela Spreu. Eine Sanierung während laufenden Betriebs halten die Händler für „Unfug“. Auf das umstrittene Parkhaus im Untergeschoss will die BGM aber wohl nicht verzichten.

Getöse anderer Art in der unteren Bergmannstraße: Auf dem freigeräumten Grundstück des ehemaligen Bewag-Umspannwerks dröhnen die Baumaschinen. Dort wird die Baugrube für das sogenannte Gesundheitszentrum ausgehoben. Projektsprecher Willo Göpel stellte gestern den Entwurf für die neue Fassade vor. „Nach Einwänden der Anwohner haben wir die 80er-Jahre-Anmutung des ersten Entwurfs überarbeitet “, sagt er. Die neue Fassade orientiert sich am Stil des ehemaligen Shell-Hauses (heute Gasag-Zentrale) am Reichspietschufer von Emil Fahrenkamp aus dem Jahr 1927. Die Einwände der Anwohner, unter anderem getragen vom Mieterrat Chamissoplatz, seien berücksichtigt worden. Zusätzliches Verkehrsaufkommen gebe es wenig, so Göpel. Viele der neuen Mieter, bis jetzt sind 60 Prozent der Flächen vermietet, stammten aus der Umgegend.

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