Streit um Nachtbetrieb : S-Bahn will keine Taxis als Ersatzverkehr

28.01.2011 12:22 Uhrvon und

Den Einsatz von Taxis für Fahrgäste, die durch den neuen "Winterfahrplan" ihren Anschluss verpasst haben, hält S-Bahn-Chef Buchner für eine "nicht hilfreiche Lösung".

Auch wenn die S-Bahn nicht will: Das Taxigewerbe hätte es geschafft, Fahrgäste im Nachtverkehr, die durch den neuen „Winterfahrplan“ ihren Anschluss verpasst haben, an ihr Ziel zu bringen. Davon ist der Vorsitzende des Taxi-Verbandes, Detlev Freutel, überzeugt. Den Einsatz von Taxis hatten, wie berichtet, Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) und ihr Brandenburger Kollege Jörg Vogelsänger (SPD) gefordert, falls es der S-Bahn nicht gelingen sollte, ihren seit Montag geltenden Fahrplan in der Nacht und den Frühstunden am Wochenende zu verbessern. Durch das Senken der Geschwindigkeit auf nur noch 60 km/h können vor allem im Nachtverkehr, wo die Züge meist nur noch alle 40 statt alle 30 Minuten fahren, Anschlüsse verloren gehen.

„Der Winterfahrplan ist mit der heißen Nadel gestrickt und kann deshalb nicht so gut wie ein regulärer sein“, sagte am Mittwoch S-Bahn-Chef Peter Buchner. Der Einsatz von Taxis in Berlin sei aufgrund des dichten S-Bahn-Netzes „keine hilfreiche Lösung“. In Potsdam dagegen würden zusätzliche Nachtbusse eingesetzt. Zudem prüfe man, ob es vom 25. Februar an Richtung Potsdam und Spandau einen 20-Minuten-Takt im Nachtverkehr geben könne. Derzeit ist geplant, dass der „Winterfahrplan“ bis zum 27. Februar gilt. Den Vorwurf, im neuen Fahrplan biete das Unternehmen einen „katastrophalen Wochenendverkehr“ an, wies Buchner zurück. Um den Anschluss sicherzuerreichen, solle man einen Zug früher nehmen, rät die S-Bahn.

Die BVG erstattet Taxikosten bis zu 25 Euro, wenn das Ziel nachts 20 Minuten später als laut Fahrplan erreicht wird. Seit September 2010 läuft zudem ein auf sechs Monate angesetzter Versuch, wonach bei einem Ausfall von U- oder Straßenbahnen Taxis als Ersatz bis zur nächsten Haltestelle fahren. 171 Fahrzeuge stehen dafür nach Angaben der BVG unter Vertrag, darunter 76 Großraumtaxis. kt/sib

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