Berlin : Streit um neuen Bürgermeister

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Im Rathaus Pankow an der Breiten Straße rumort es. Bürgermeister Jörg Richter (SPD) wird sein Amt voraussichtlich Ende September aus Krankheitsgründen aufgeben. Derweil streiten die SPD und CDU recht unsanft um die Nachfolge. Die SPD will den Stuhl des Bürgermeisters für ihren Jugendstadtrat Alex Lubawinski. Seit Jörg Richter vor ein paar Monaten erneut schwer erkrankte, wird Lubawinski als Nachfolger gehandelt. Doch jetzt stellt sich die CDU quer. Nach dem Geschmack des BVV-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Eichler ist die SPD zu voreilig. "Das frühe Pokern haben wir mit Unverständnis registriert. Die SPD wird nicht müde, ihren Kandidaten so zu präsentieren, als sei er schon gewählt", sagt Eichler. Fest steht: Die CDU hat Jörg Richter im Jahr 1995 in einer Zählgemeinschaft mit der SPD mitgewählt. Nur auf diese Weise kam die erforderliche Mehrheit zusammen. SPD (1995 noch 13 Mandate, heute 12) und CDU (11 Mandate) mussten zusammengehen, um an der PDS mit ihren 16 Mandaten vorbeizuziehen.

Eine Automatik für die anstehende Bürgermeisterwahl ergibt sich nach Eichlers Worten aber nicht. Im Gegenteil. Die CDU bringt jetzt mit Finanzstadtrat Martin Federlein einen eigenen Kandidaten in Position. "Er hat sich durch seine erfolgreiche Arbeit qualifiziert", sagt Ulrich Eichler und winkt mit dem Zaunpfahl. "So wie die CDU den Bürgermeister der SPD vier Jahre unterstützte, dürfte es der SPD nicht schwer fallen, einen CDU-Bürgermeister für ein Jahr zu unterstützen", sagt er. "Keinen großen Konflikt, aber ein kleines Gerangel", sieht die amtierende Rathaus-Chefin Gisela Grunwald (PDS). "SPD und CDU müssen sich einigen, sonst hat die PDS als stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht", sagt sie.

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