Berlin : Streit um neuen Festplatz im Wedding - Senator und Schausteller wollen reden

Marc-Oliver von Riegen

Die Berliner können sich trotz des großen Streits um den neuen Festplatz in Wedding auf das Frühlingsfest im März freuen. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) und die Schausteller wollen in der Diskussion um die harten Auflagenentwürfe der Verwaltung einlenken. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) sieht ebenfalls noch Klärungsbedarf. "Wenn die Verlegung dazu führt, dass ein Rummel nicht mehr Rummel sein kann, ist etwas merkwürdig", sagte Senatssprecher Michael-Andreas Butz am Dienstag dem Tagesspiegel. Dazu gehöre auch ein Feuerwerk, das jedoch im Entwurf verboten ist.

"Das nächste Fest findet auf jeden Fall statt", sagte Harry Wollenschläger, Chef der Berliner Schausteller. Nach seiner Drohung, das Frühlingsspektakel ganz abzusagen, will er nun mit dem Senator zusammenarbeiten. Einer Einigung steht auch von Seiten Strieders nichts im Weg. "Wenn der Verband sagt, wo welche Geschäfte auf dem Platz stehen, kann der Entwurf auch korrigiert werden", sagte Sprecherin Dagmar Buchholz. Die Achterbahn soll nach dem Wunsch der Verwaltung schon um 20 Uhr auf das Abstellgleis rollen. Der Rummel darf nur bis 22 Uhr dauern, und Feuerwerke fallen ganz in Wasser. "Dabei sind wir vom Extremfall ausgegangen, dass die Achterbahn vor den Wohnhäusern fährt, weil die genauen Stellplätze im Anmeldeschreiben des Verbands fehlten", erläuterte Buchholz. Die Schausteller wollen nun besonders laute Fahrgeschäfte in die Ecke des Platzes verfrachten.

Um die strittigen Fragen zu klären, will sich der Senator Anfang Februar mit den Schaustellern treffen. Der Verbandschef hofft, dass Strieder besonders bei den Öffnungszeiten und bei dem Verbot von Feuerwerken ein Einsehen hat. "Für uns lohnt es sich allerdings auch, wenn wir um 22 Uhr schließen müssen", sagte ein Schausteller. Dabei geht es neben dem Frühlingsfest auch um das Deutsch-Französische Volksfest, das früher gegenüber dem neuen Platz stattfand, und um das Oktoberfest.

Während über die Öffnungszeiten noch diskutiert wird, steht der Standort nicht mehr zur Debatte. Der neue zentrale Festplatz kommt nach Auskunft der Stadtentwicklungsverwaltung auf jeden Fall auf das neue Gelände am Kurt-Schumacher-Damm. Da sind sich Senator und Schausteller einig: Der Platz ist für Volksfeste wie geschaffen. "Dort stören wir niemanden", sagte Wollenschläger. "Wem das zu laut ist, der sollte eher in einen Kurort ziehen." Die nächsten Wohnungen liegen in Wedding nach Ansicht des Schaustellervorsitzenden viel weiter entfernt als am Lützowplatz. Die Verwaltung pflichtet ihm bei: "Die Bedingungen sind besser als am bisherigen Standort", sagte Buchholz. "Wir müssen aber trotzdem an die Bewohner denken." Die endgültige Lärmbelastung sollen Messungen klären. Das Areal am Rande des Tiergartens, auf dem sich in dn vergangenen Jahren die Riesenräder drehten, ist inzwischen bebaut. Dagegen liegt der neue Festplatz auf dem Gelände eines früheren Munitionslagers der Franzosen. In der weiteren Diskussion wird aber wohl nur noch wenig Pulver verschossen.

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