Streit um Parkausweis : Eine Vignette hilft Handwerkern beim Parken

Ab dem 1. Oktober kann der neue Handwerkerparkausweis "Bertha" beantragt werden. Doch es gibt Ärger: Mehrere Berufsgruppen fühlen sich übergangen.

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Für 24 Berufszweige soll das Parken mit der Vignette erleichtert werden.
Für 24 Berufszweige soll das Parken mit der Vignette erleichtert werden.Foto: dapd

Die Berliner Handwerkervignette kommt zum 1. November und heißt „Bertha“. Das Kürzel steht für „Berlinweite Erteilung von Handwerkerparkausweisen“. Senat, Handwerks- und Handelskammer haben sich auf 24 Berufszweige verständigt, die Bertha bekommen. So ist die Einführung begleitet von Protesten durch Berufssparten, die nicht berücksichtigt wurden. Der ADAC begrüßte die Vignette, da die Situation der Handwerker in den vielen Parkraumbewirtschaftungszonen bisher „unerträglich“ sei.

„Ein großer Tag für das Berliner Handwerk“, freute sich der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Jürgen Wittke. „Eitel Freude auch bei uns“, bestätigte IHK-Vizegeschäftsführer Christian Wiesenhütter, nicht ohne gleich eine Einschränkung zu machen. Handelsvertreter und -vermittler hätte man sich auch auf der Liste gewünscht, hat sie aber nicht durchbekommen.

So sind folgende Gewerbe antragsberechtigt: Mauer- und Betonbauer, Ofen- und Luftheizungsbauer, Estrichleger, Rolladen- und Jalousiebauer, Gebäudereiniger, Bodenleger, Glaser, Holz.- und Bautenschutzgewerbe, Tischler, Parkettleger, Elektrotechniker, Installateure und Heizungsbauer, Klempner, Kühlanlagenbauer, Metallbauer, Maler und Lackierer, Stuckateure, Estrichleger, Fliesen, Platten- und Mosaikleger, Akustikarbeiter und Trockenbauer. Dazu kommen aus dem IHK-Bereich Akustikarbeiten und Trockenbau, Garten- und Landschaftsbau, Hausmeisterservice sowie Reparaturen an Computern, Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten.

Proteste gibt es deshalb bereits vom Verband Freier Berufe, der nicht nur Landschaftsgärtner und Restauratoren berücksichtigt sehen möchte, sondern auch Anwälte, Dolmetscher und Ärzte. Der Landessportbund verwies auf die Übungsleiter, die regelmäßig Tornetze und Bälle transportieren müssen und der Bundesverband ambulante Pflege fordert die Vignette auch für Pflegedienste. Diese würden bereits heute die bisherigen Sondergenehmigungen nutzen, so Christian Wiesenhütter. Dabei muss für jeden Bezirk eine Zahl von mindestens fünf Einsätzen in den zurückliegenden acht Wochen nachgewiesen werden. Bei ehrenamtlich Tätigen sei eine klare Abgrenzung nicht möglich, sagte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler.

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