Berlin : Streit um Servicefirma der Charité Aufsichtsrat entscheidet

über Dienstleister CFM.

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Am Montag hat sich der Aufsichtsrat der Charité getroffen – und mit zwei heiklen Themen befassen müssen. Zunächst wurden die Maßnahmen besprochen, die der Klinikvorstand nach den Imagedebakeln der vergangenen Wochen angestoßen hat. Charité-Chef Karl Max Einhäupl hatte eine schnellere interne Abstimmung und bessere Information der Öffentlichkeit angekündigt. Nach dem Missbrauchsvorwurf gegen einen Pfleger und dem Keimbefall im Virchow-Campus war die Charité in die Kritik geraten.

Ebenfalls am Montag wurde über die Charité-Tochterfirma CFM diskutiert, die an der Universitätsklinik für Fahrdienst, Reinigung und Wachschutz zuständig ist. Die Klinik, die Mehrheitseigner ist, gehört dem Land Berlin, die CFM zu 49 Prozent den Privatfirmen Dussmann, Vamed und Hellmann Logistics. Die CFM ist 2006 ausgegliedert worden, weil die verschuldete Klinik Geld sparen musste. Der Vertrag mit den Privatfirmen läuft nun bald aus – und Arbeitnehmervertreter hoffen, dass ihn die Klinikleitung nicht verlängert. Zwischen dem Charité-Vorstand und den Gewerkschaften sowie Personalräten hatte es immer wieder Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen für die rund 2500 CFM-Mitarbeiter gegeben. Die CFM zahlt seit einem Streik im vergangenen Jahr mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde, was immer noch weniger ist, als die Beschäftigten in den Stammeinrichtungen der Charité bekommen. Außerdem war die CFM wegen fehlender Impfungen bei ihren Mitarbeitern ins Gerede geraten.

Die Gewerkschaft Verdi hat am Montag deshalb vor der Aufsichtsratsitzung auf dem Campus in Mitte protestiert. Sie fordert eine Wiedereingliederung der CFM in die Charité. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Berliner SPD teilte mit, sie erwarte von den Sozialdemokraten im Aufsichtsrat, dass sie in diesem Sinne aktiv werden. Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) ist Vorsitzende des Charité-Aufsichtsrats. Aus Senatskreisen hieß es aber, eine Wiedereingliederung werde sich das Land nicht leisten.Hannes Heine

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