Streit um Villenbaustelle : Beruhigungsbrief an Bushidos Nachbarn

Ständig melden Kleinmachnower vermeintlich ungewöhnliche Vorgänge auf der Villenbaustelle des Rappers. Jetzt konstatiert das Bauamt in einem Schreiben: Bei Bushido läuft alles korrekt

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Bushido macht zwar gern den Lauten. Er baut aber voll korrekt, sagt das Amt.
Bushido macht zwar gern den Lauten. Er baut aber voll korrekt, sagt das Amt.Foto: dpa

Die Information ist nicht weniger als drei Din-A4-Seiten lang und enthält einen detaillierten Lageplan: Mit einem ausführlichen Schreiben hat die Gemeinde Kleinmachnow auf die andauernde Kritik und die zahlreichen Nachfragen der künftigen Nachbarn des Berliner Skandalrappers Bushido reagiert. Die Anwohner hatten im Rathaus, über das Internetbeschwerdesystem Maerker und bei Einwohnerfragestunden vor den Gemeindevertretersitzungen immer wieder über vermeintlich ungewöhnliche Baumfällungen und Bautätigkeiten auf dem Grundstück am Zehlendorfer Damm berichtet. Jetzt stellen Vertreter der Verwaltung klar, alle Tätigkeiten seien rechtens.

Wie Bauamtsleiterin Barbara Neidel in Vertretung des Bürgermeisters Michael Grubert (SPD) in dem Schreiben mitteilt, liegen Baugenehmigungen für die geplanten Umbauarbeiten auf dem Gelände des denkmalgeschützten ehemaligen Seemannsheims vor oder seien beantragt. Die Denkmalschutzbehörden würden die Arbeiten auf dem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück begleiten. Auch die Baumfällungen seien erneut überprüft worden, mit dem Ergebnis, dass gegen sie nichts einzuwenden sei. „Das Grundstück besitzt weiterhin große Waldflächen“, heißt es in dem Schreiben. Es seien zwar Fällungen zur Waldpflege erfolgt, von einem Kahlschlag könne aber keine Rede sein. Für manche gefällten Bäume wird es Ersatz geben: Neupflanzungen seien auf dem Grundstück geplant.

Um weiteren Nachfragen zuvorzukommen, informierte die Verwaltung auch über die noch anstehenden Arbeiten. So soll etwa noch eine Tiefgarage entstehen. Dafür müssen die Fundamente eines früheren Offizierskasinos aus dem Boden gerissen werden. Auch ein altes Schwimmbecken soll verschwinden. Das umfangreiche Schreiben schließt mit den Worten: „Ich kann Ihnen versichern, dass die Behörden das Vorhaben ordnungsgemäß begleiten und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben prüfen.“ Der Brief soll nun an Bushidos Nachbarn verteilt werden.

Wie berichtet hatten in der Vergangenheit viele Kleinmachnower den Umzug des Rappers in ihren Ort offen abgelehnt. Bushido ist für seine zum Teil frauen- und schwulenfeindlichen Lieder bekannt, die auch schon zu juristischen Konflikten geführt haben. Im Dezember hatten Unbekannte ein Feuer in der Villa gelegt. Bushido selbst – der sich gegen Behauptungen wehrt, Verbindungen zu Kriminellen zu haben – sprach von einer Hexenjagd und berichtete von einer Vielzahl von Paketen, die mit Kot gefüllt an den Zaun seines Grundstücks gehängt worden seien.

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