Berlin : Streit um Waffenhersteller als Namensgeber

Die Pistole „Walther PPK“ ist aus James- Bond-Filmen bekannt. Die Carl Walther GmbH ist vor allem im Schießsport aktiv und will jetzt die Schießanlage des PSV Olympia Berlin in Treptow-Köpenick mit Material unterstützen. Dafür soll sie künftig „Walther-Arena“ heißen. Doch das stößt auf Kritik: „Wir wollen, dass das verhindert wird“, sagte Ellen Händler, die Vorsitzende des Bundes der Antifaschisten Treptow. Sie weist auf die NS-Vergangenheit der Firma hin: Im KZ Neuengamme bei Hamburg gab es eine Fertigungsstätte der Carl Walther GmbH, die mithilfe von Zwangsarbeitern betrieben wurde.

„Man muss sagen, dass der Firma das aufgezwungen wurde“, sagt hingegen der Archivleiter der heute dort eingerichteten Gedenkstätte, Reimer Möller. Und ein Sprecher von Walther verweist darauf, dass die Firma in den 90ern in den Zwangsarbeiterfonds eingezahlt habe. Auf deren Internetseite taucht das Problem jedoch nicht einmal auf: „Walther stand im Zenit des Erfolges mit mehr als 2500 Beschäftigten in den Jahren 1943 bis 1945“, heißt es dort.

Der Schießsport-Verein kündigt an, Recherchen durch die Jugendabteilung im Vorraum der Halle zu präsentieren. Der Vorsitzende Michael Wischnewsky hofft, dass es bei der Namensgebung bleibt. „Ansonsten würde bei uns einiges wegbrechen.“ Der Bezirk ist Eigentümer der Anlage. Für Sportstadtrat Svend Simdorn ist das Thema erledigt. „Mir erscheint das unverdächtig.“ mj

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