Streit ums Karl-Liebknecht-Stadium : SV Babelsberg darf weiter im "Karli" spielen

Das Karl-Liebknecht-Stadion schließt vorerst doch nicht. Der ehemalige Zweitligist SV Babelsberg darf weiter dort spielen. Doch der Streit mit der Politik ums Geld geht weiter.

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Bisschen marode, aber schön im Kiez. Und immer stimmungsvoll. Das Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg.
Bisschen marode, aber schön im Kiez. Und immer stimmungsvoll. Das Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg.Foto: Manfred Thomas

Der Ärger ist zunächst weggekickt: Zumindest in der Rückrunde können der Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam und die Herren-Regionalliga-Mannschaft des SV Babelsberg (SVB) im Karl-Liebknecht-Stadion spielen. Das war das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Vertretern der Stadt Potsdam und der Vereine.

Vorige Woche hatte, wie berichtet, der SVB, der das Stadion seit 2002 betreibt, mit der Einstellung des Betriebs gedroht. Die Stadt verlangt seit einigen Wochen Vorkasse bei Investitionen und Reparaturen, was den wirtschaftlich schwach aufgestellten Klub in Schwierigkeiten bringt. Laut SVB-Chef Horlitz konnte es sich der Verein nicht leisten, Kontrollen an wichtigen Anlagen des Stadions zu bezahlen. Daher habe er die Sicherheit nicht mehr gewährleisten können und angekündigt, Ende Januar den Betrieb einzustellen.

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Nach dem Gespräch mit der Stadt erklärte Horlitz: „Wir tun alles, dass der Spielbetrieb für alle Vereine gewährleistet ist.“ Über die Bedingungen werde in den nächsten Tagen gesprochen. Vonseiten der Stadt hieß es, es sei allen klar geworden, dass das Vorkasse-Modell vom Verein auf Dauer nicht durchzuhalten sei. Bislang teilen beide Seiten die Bewirtschaftungskosten für das Stadion auf Basis eines Gutachtens aus dem Jahr 2012: Der Verein trägt 110 000 Euro, die Stadt 305 000 Euro pro Jahr.

Laut Erbbaupachtvertrag darf der Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine das Stadion gratis nutzen. „Wir haben deutlich gemacht, dass uns durch Spielausfälle ein Lizenzentzug droht und daher auf eventuelle Schadenersatzansprüche aufmerksam gemacht“, sagte Turbine-Geschäftsführer Mathias Morack. Seinen Worten zufolge seien sich in der Runde alle einig gewesen, dass beide Vereine zum Karl-Liebknecht-Stadion gehören.

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