"Stress ohne Grund" : Bushido auf den Index? Heute wird entschieden

Jugendschützer prüfen, ob Hass-Lied für Minderjährige verboten wird.

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Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat sich noch am Dienstag damit befasst, ob das umstrittene Lied „Stress ohne Grund“ auf den Index kommt. An diesem Mittwoch soll mitgeteilt werden, ob das Lied der Rapper Bushido und Shindy indiziert wird. Man werte dazu die Stellungnahme von Ersguterjunge, dem Label von Bushido, aus, sagte Petra Meier, die Vize-Vorsitzende der Bundesprüfstelle. Über eine Indizierung entscheidet ein Dreier-Gremium, dem neben der Vorsitzenden der Prüfstelle, Elke Monssen-Engberding, zwei Beisitzer angehören; einer davon vertritt einen Branchenverband.

In der ersten Runde muss einstimmig über das Lied entschieden werden

Sollte dieses Gremium nicht einstimmig entscheiden, wird sich eine Zwölfer-Runde damit befassen. Dann sitzen Vertreter aus einigen Bundesländern, von Plattenfirmen, Lehrerverbänden und Kirchen zusammen. Sollte „Stress ohne Grund“ für Minderjährige gesperrt werden, dürfte es am Montag aus den Läden genommen werden: Denn eine Indizierung tritt erst in Kraft, wenn sie im nächsten Bundesanzeiger am 22. Juli veröffentlicht wird. Volljährige dürfen das Lied auch in diesem Fall kaufen, strafbar machen sie sich nur, wenn sie es Jugendlichen zugänglich machen.

Wie berichtet, werden in „Stress ohne Grund“ neben dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) der FDP-Politiker Serkan Tören, TV-Comedian Oliver Pocher und die Grünen-Chefin Claudia Roth angegriffen. Das Lied enthält Tötungs- und Gewaltfantasien und homophobe Passagen. Wowereit stellte Strafantrag. Lesben- und Schwulenvereine erwägen das ebenfalls. Die Staatsanwaltschaft prüft den Text.

Bushido gelas

Bushido selbst gibt sich gelassen. Am Montag sagte er der ARD: „Es liegt mir überhaupt nicht nah, diese Leute zu beeinträchtigen.“ Es handele sich bei dem Text um eine genrespezifische Auseinandersetzung. Auf einigen Internetplattformen ist das Video zum Lied noch zu sehen. Der Song hatte vor wenigen Tagen eine bundesweite Debatte ausgelöst.

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