Berlin : Strieder will die U 7 doch die Nacht durch fahren lassen

Nach Protesten: BVG soll ihr umstrittenes Konzept nachbessern

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Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) will sich nicht damit abfinden, dass die BVG die UBahn-Linie U 7 (Rudow – Rathaus Spandau) vom durchgehenden Nachtverkehr am Wochenende ausschließen will. Nach heftiger Kritik an entsprechenden Plänen hat Strieder den BVG-Chef Andreas von Arnim nun aufgefordert, einen Vorschlag zu machen, wie auch die U 7 in den Nachtverkehr integriert werden kann. Dabei müsse nicht unbedingt die komplette Strecke befahren werden, erklärte Strieder. Die BVG rechnet ihr Nachtsystem bereits neu durch.

Sie will nach langen Jahren der Planung, wie berichtet, von Mitte Juni an ihr U-Bahn-Netz am Wochenende und in Nächten zu Feiertagen ohne Pause betreiben. Werktags sollen Busse auf den Linien der U-Bahn fahren, und so ebenfalls die meisten U-Bahnhöfe miteinander verbinden. Weil dies ohne Zusatzkosten möglich sein soll, werden parallel zur U-Bahn fahrende Buslinien am Wochenende eingestellt. Bei der U 7 haben es die Planer jedoch nicht geschafft, das erforderliche Einsparpotenzial zu erreichen, weil es dort fast keinen parallelen Nachtverkehr mit Bussen gibt. Deshalb haben die BVG-Planer die U 7 aus dem Programm genommen, das Strieder zur Genehmigung vorgelegt wurde.

Damit werde das neue Nachtkonzept zu einem Witz, kritisiert der Verkehrsexperte der CDU, Alexander Kaczmarek. Denn nicht nur Neukölln werde vom Nachtverkehr auf der Schiene abgehängt, auch der Bereich um den Fehrbelliner Platz bliebe ohne Anschluss. Zudem ginge die leichte Orientierung für Fahrgäste, die sich wie am Tag nach den U-Bahnhöfen richten können, verloren. Ferner blieben zahlreiche Umsteigestationen ohne Funktion, worunter auch die Netzwirkung des neuen Konzepts leide.

Im Verkehrsausschuss des Parlaments stimmten gestern alle Fraktionen einem Antrag der Grünen zu, wonach die U 7 ins Nachtnetz aufgenommen werden soll. kt

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