Berlin : Striptease

Werner van Bebber

denkt dialektisch an die PDS Der Ton ist rüde bei der WASG - vor allem der Ton gegenüber den Fusionspartnern der Berliner PDS. Was einige der Hartz-IV-getriebenen Empörungspolitiker dem Landeschef Stefan Liebich vorwerfen, ist schlicht beleidigend. Die regierenden Realsozialisten können sich im Wahlkampf auf einiges gefasst machen. Sie sind noch nicht fertig damit, sich Oskar Lafontaines scharf kalkulierten Spruch in Richtung rechter Prostestwähler schönzureden – Gregor Gysi erkennt „Widersprüche“ –, da bekommen sie es selbst auf die Ohren. Stefan Liebich moderiert herunter, was eine Unverschämtheit darstellt. PDS bedeutet eben auch: Partei der Schmerzresistenten. Doch kann man den realregiereden Sozialisten dankbar sein: In einer Stadt, in der man sich Gysi als Regierenden Bürgermeister vorstellen konnte, wirkt die selbst gemachte Entmystifizierung der PDS wie ein brutal-ehrlicher Polit-Striptease: Hartz IV? Dagegen demonstriert und vollzogen. Stimmenfang im dumpfrechten Lager? Widerspruch erkannt und abgenickt. Demokratischer Sozialismus ist, wenn man alles mitmacht.

0 Kommentare

Neuester Kommentar