Berlin : Ströbele holt wieder das Mandat

Berliner Grüne sind mit 13,7 Prozent zufrieden

Sabine Beikler

Christian Ströbele hat in Friedrichshain-Kreuzberg nach vorläufigem Ergebnis mit 43,7 Prozent das zweite Mal nach 2002 das voraussichtlich bundesweit einzige Direktmandat für die Grünen gewonnen. Der Politiker wagte aber erst eine Stellungnahme, nachdem über 70 Prozent aller Erststimmen ausgezählt waren. „Ich bin fertig, weil ich mir heute den ganzen Tag gedacht habe, dass das vielleicht doch nicht mehr klappt. Aber jetzt bin ich zufrieden und sehr glücklich“, sagte Ströbele um kurz vor 21 Uhr auf dem Weg zur Wahlparty der Grünen im Hangar 2 des Flughafens Tempelhof. „Jetzt will ich eine richtig linke Opposition im Bundestag machen“, freute sich der Parteilinke noch vor Bekanntgabe eines möglichen Patts.

Ströbele konnte sein Ergebnis im Vergleich zu 2002 um 12,1 Prozentpunkte steigern. Der Zweitplatzierte, der SPD-Kandidat Ahmet Iyidirli, gewann 21 Prozent der Erststimmen. Abgeschlagen war die PDS-Kandidatin Cornelia Reinauer, die 17,8 Prozent erhielt.

Vor drei Jahren erzielten die Grünen in Berlin 14,6 Prozent – bei der jetzigen Bundestagswahl sind es laut vorläufigem Ergebnis 13,7 Prozent. Mit diesem Ergebnis haben die Grünen sicher zwei Mandate erhalten: Spitzenkandidatin Renate Künast und der grüne Ex-Justizsenator Wolfgang Wieland werden in den Bundestag ziehen. Ob es auch für ein drittes Mandat für die amtierende Berliner Fraktionschefin Sibyll Klotz reichen wird, war bis zum späten Abend noch unklar.

Schon als um kurz nach 18 Uhr die ersten Hochrechnungen mit bundesweit über acht Prozent für die Grünen über die Bildschirme liefen, jubelten die Parteifreunde. Grünen-Landeschef Till Heyer-Stuffer freute sich über dieses „achtbare Ergebnis“. Als dann gegen 19.30 Uhr auch die ersten Hochrechnungen für Berlin präsentiert wurden, sah man sehr zufriedene Gesichter. „Deutlich über der Prognose“ würde das Ergebnis liegen, sagte Heyer-Stuffer. Ausschlaggebend für die relativ stabilen Werte seien die grünen Stammwähler in Berlin und der auf Grün ausgelegte Wahlkampf, der „bis zum Schluss“ geführt worden sei. Heyer-Stuffer sieht das Wahlergebnis als „gute Voraussetzung“ für die Abgeordnetenhauswahl 2006. „Wir wollen Rot-Grün auf Landesebene“, sagte er. Ob die Partei auch für Rot-Rot-Grün zur Verfügung stehen würde, wollte Heyer-Stuffer nicht kommentieren. Es sei „viel zu früh“, um über diese Konstellation zu sprechen.

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