Berlin : Student nach Rauschtat verurteilt

Drogen führten zu einem plötzlichen Messerangriff, den der Freund beinahe nicht überlebt hätte: Philosophiestudent Byeong-Yoiel J. hatte unter Einwirkung von Kokain auf den gleichaltrigen Karim S. in dessen Wohnung in Tiergarten eingestochen. Die Anklage war zunächst von einem versuchten Mord ausgegangen. Die Richter sprachen den 27-Jährigen gestern des Vollrausches schuldig und verhängten gegen den Studenten eine Haftstrafe von drei Jahren.

Der Angeklagte bedauert die Tat zutiefst. Das war im Prozess deutlich zu erkennen. Er schäme sich, erklärte der Student koreanischer Abstammung. „Warum ich es tat, weiß ich bis heute nicht.“ Am Abend vor dem Angriff hatten sie noch friedlich gepokert. In der Nacht habe er aber nicht geschlafen, sondern Kokain geschnupft, erklärte der Angeklagte. Irgendwie müsse er zu dem Freund gefahren sein. Von der Bluttat am Morgen des 29. Juni letzten Jahres sei ihm nur ein verschwommenes Bild geblieben. „Ich sehe mich auf ihn einstechen, ich hatte das Gefühl, mein Kopf explodiert“, sagte der Student. Zwei Gramm Kokain soll er in der fraglichen Nacht konsumiert haben. „Diese Menge hat ihn umgehauen“, erklärte sein Anwalt.

Vor der Attacke habe J. von Schlafentzug gesprochen und nach Drogen gefragt, hatte Student Karim S. im Prozess geschildert. Als sie in der Küche nebeneinander standen, habe er ein Messer in der Hand des damaligen Freundes gesehen und gewarnt: „Du und dein Psycho-Gesichtsausdruck – leg das mal lieber weg.“ Plötzlich sei alles blitzschnell gegangen. „Er hat kalt und reglos gewirkt, bevor er zugestochen hat“, beschrieb der Zeuge. Ein Stich in den Rücken verletzte die Lunge. Das Opfer konnte nur durch Notoperationen gerettet werden. K.G.

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