Berlin : Studenten machen Kleider

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Normalerweise geht es hoch her, wenn sich eine Berliner Modeschule der Öffentlichkeit präsentiert. Vorher wieseln aufgeregte Schüler, Lehrer und Helfer durch die Gegend, die Spannung steigt und löst sich erst, wenn beim Abschlussdefilee der Jubel losbricht. Im Vergleich dazu herrschte bei der Modenschau der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHTW) eine geradezu getragene Stimmung.

Was das dicht gedrängte Publikum in der Halle des Spannwerks am Paul-Lincke-Ufer zu sehen bekam, war ja auch keine gewöhnliche Jahrespräsentation. Seit kurzem bietet die FHTW Praxisbezug auf eine ganz neue Art: Die Damenmode, die unter dem hochschuleigenen Label „30paarhaende" gezeigt wurde, soll im nächsten Frühjahr zu kaufen sein. Jeweils im siebten Semester bekommen die Modegestalterinnen die Möglichkeit, eine Kollektion für das Label zu entwerfen, um die Vermarktung kümmern sich die Kommilitonen aus der Betriebswirtschaft, der Fachbereich Virtuelle Kommunikation soll demnächst ebenfalls dazustoßen. Damit trotz der wechselnden Akteure die Linie erhalten bleibt, haben die Professoren Uwe Janssen und Monika Oppel die Betreuung übernommen.

Unter diesen Umständen sind keine kreativen Experimente oder ästhetischen Grenzverschiebungen zu erwarten. Die Kollektion wirkte sportlich in gedeckten Grün-, Beige- und Gelbtönen, in denen man das Thema „Wasserspiele" aber nicht recht wiederfinden konnte. Verzierungen ergaben sich ausschließlich aus Falten oder Drapierungen der schönen, matt glänzenden oder halb transparenten Stoffe. Das eine oder andere schien nicht ausgereift wie enge Rocksäume, die zu wenig Beinfreiheit ließen, dafür waren die bequemen, tief auf der Hüfte sitzenden Hosen überzeugend, und einige Jacken mit hohem Kragen und eleganter Schulterpartie sehr gelungen. Die würde man wirklich gern kaufen. Susanne Nieder

Mehr zum Thema im Internet unter www.30paarhaende.de .

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