Studentendorf Plänterwald in Berlin : Hochschulleben im Frachtcontainer

In Berlin stehen rund 180 Hotels mit mindestens vier Sternen, aber nur 35 Studentenwohnheime. Hochschüler können nun in Containern eine Bleibe finden. Heute stehen erste Exemplare zur Besichtigung offen.

Die noch unbearbeiteten Container werden schon auf dem Gelände aufgestellt. Ein Container kostet zwischen 2000 und 4000 Euro, je nach Gebrauchszustand. Dass Luxus und Container sich trotz beengten Platzes sich nicht ausschließen müssen, versucht man mit diesem Projekt zu beweisen. Die Internetsseite des „Studentendorfs Plänterwald“ steht unter www.eba51.de; eine Registrierung ist ab dem 20. Juli möglich. An diesem Tag kann man von 14 bis 20 Uhr in der Eichbuschallee 51, 12347 Berlin auch einen Demo-Container besichtigen.Alle Bilder anzeigen
Foto: dpa
19.07.2013 16:29Die noch unbearbeiteten Container werden schon auf dem Gelände aufgestellt. Ein Container kostet zwischen 2000 und 4000 Euro, je...

Wohnungssuchende Studenten können in Berlin ab diesem Wintersemester in umgebaute Frachtcontainer ziehen. Das Studentendorf Plänterwald mit rund 320 geplanten Wohncontainern wird seit diesem Monat im Südosten der Stadt gebaut. Die ersten 20 Wohnungen sollen bereits zum Semesterstart im Oktober in Betrieb genommen werden, sagte der Bauherr und Investor Jörg Duske der Nachrichtenagentur dpa. An diesem Samstag stellt Duske im Plänterwald eine erste Musterwohnung vor. In Berlin fehlen tausende Wohnheim-Plätze für Studierende.

„Wir bauen keine Baucontainer, sondern wollen schöne Wohnungen günstig anbieten“, sagte Duske. Für 349 Euro Miete im Monat werde ein „All-Inclusive-Paket“ mit Heizung, Strom, Müllabfuhr und Highspeed-Internet geboten, verspricht der Bauherr. Neben knapp 243 Einzelbleiben sollen auch 65 Doppel- und elf Drei-Personen-Einheiten entstehen.
Neue Formen des Wohnens finden Studenten aber etwa auch in München. Dort gibt es seit 2005 moderne Wohnwürfel des Studentenwerks, in denen Hochschüler auf unter sieben Quadratmetern wohnen können. Mit klassischen Baucontainern hätten die von einem Architekturprofessor entwickelten Wohnungen allerdings nichts zu tun, sagte eine Sprecherin des Studentenwerks in München.

Erst im April hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Studentenwerks, Petra Mai-Hartung, beschlossen, 5000 neue Wohnheimplätze zu schaffen.

Bislang gibt es für die 160 000 Studenten an den Berliner Hochschulen rund 9500 Wohnheimplätze - prozentual ist das nach Bremen die zweitschlechteste Versorgungsquote in Deutschland. In Berlin standen im Juni nach Angaben des Tourismusverbandes VisitBerlin 182 Hotels mit mindestens vier Sternen - Studentenwohnheime gibt es laut Studentenwerk aber nur 35. (dpa)

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