Berlin : Studentin an Offener Tuberkulose erkrankt

ry/dpa

Eine Jurastudentin der Freien Universität (FU) ist an Offener Tuberkulose erkrankt. Das zuständige Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg ordnete an, dass 52 Kommilitonen und FU-Mitarbeiter, die in den vergangenen Wochen mit der jungen Frau Veranstaltungen des ersten Semesters besuchten, sich der so genannten Tuberkulintestung unterziehen müssen. Dies kündigte gestern der Leiter des Fachbereichs Rechtswissenschaften, Andreas Fijal, an.

"Umgebungs-Untersuchungen" bei akuten Tuberkulose-Fällen seien für die Berliner Gesundheitsämter Routine, sagt Klaus-Peter Florian, Sprecher der Gesundheitsverwaltung. In Berlin gibt es mehrmals im Monat Fälle von Offener Tuberkulose. 1999 erkrankten 303 Menschen, im vergangenen Jahr 183. In dem am Dienstag erkannten Fall sollen nun allerdings besonders viele Kontaktpersonen untersucht werden. Normalerweise bestehe eine Ansteckungsgefahr vor allem für Mitbewohner, die in ständigem, intensivem Kontakt mit dem Erkrankten stünden, sagt Osamah Hamouda, Infektions-Epidemiologe vom Robert-Koch-Institut.

Tuberkulose wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, gilt aber nicht als hochgradig ansteckend. Wer gemeinsam mit der Kranken in der Jura-Vorlesung gesessen habe, müsse vermutlich nichts befürchten. Das Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg lädt in der kommenden Woche zu einer Informationsveranstaltung in der FU ein. "Wir wollen den Studenten übertriebene Ängste vor einer Ansteckung nehmen", sagt Sozialstadträtin Elisabeth Ziemer.

Vom Fachbereich Rechtswissenschaften an der FU hieß es, dass für alle weiteren Studenten des ersten Fachsemesters ab dem 4. Dezember die Möglichkeit bestehe, sich den Tests zu unterziehen. Der Betrieb an der FU werde in den nächsten Tagen aber reibungslos weitergehen.

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