Berlin : Studentin erstickt Baby nach Geburt: Drei Jahre Haft

Berlin - Der Tod des Kindes war aus Sicht der Richter kein Unfall. Julia K. habe ihr Baby nach der heimlichen Geburt in der Wohnung ihrer Eltern in Karow erstickt. Einem „spontanen Entschluss folgend, um die ungewollte Schwangerschaft weiter zu verbergen“, urteilte das Gericht. Die Studentin wurde des Totschlags schuldig gesprochen. Weil sie sich aber in einer Überforderungssituation befand, liege ein „minderschwerer Fall“ vor. Drei Jahre muss Julia K. in Haft. So hatte es auch der Staatsanwalt beantragt. Die 24-Jährige dagegen hoffte auf Freispruch.

Zehn Wochen wurde am Landgericht gestritten. Julia K., die bei der Polizei noch ein detailliertes Geständnis abgelegt hatte, bestritt im Prozess die absichtliche Tötung und berief sich auf ein Unglück: Sie habe noch nicht mit der Geburt gerechnet und sei ohnmächtig geworden. „Als ich zu mir kam, lag ich mit dem Oberschenkel auf dem Kind“, sagte sie.

Doch aus dem Suchprotokoll ihres Handys ging hervor, dass sie in der Nacht zum 10. Dezember 2012, als die Wehen einsetzten, intensiv googelte. „Allein entbinden zu Hause“ gab sie ein, aber auch „Babyklappe Berlin“. Julia K. hätte sich ihrer Familie offenbaren können, urteilten die Richter. Doch ein Kind ohne Partner (der hatte sich getrennt und wusste nichts von der Schwangerschaft) sei ihr unangenehm gewesen. Sie biss auf ein Stofftier und gebar einen Jungen, der nur Minuten lebte. „Sie drückte kräftig die Bettdecke auf das Gesicht des Kindes, drei bis fünf Minuten hielt sie den Druck.“ Ihr Vater entdeckte den toten Säugling später in ihrem Zimmer. K.G.

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