Studie "Lebensformen im Wandel" : Senat will Single-Eltern in Berlin besser fördern

Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) will auf "überholtes Familienbild" reagieren und Alleinerziehende mit Geld und Betreuungsangeboten unterstützen.

Kind und Beruf zu vereinbaren, ist für Alleinerziehende besonders schwierig.
Kind und Beruf zu vereinbaren, ist für Alleinerziehende besonders schwierig.Foto: Patrick Pleul/dpa

Frauensenatorin Dilek Kolat (SPD) will die rechtliche Stellung von Alleinerziehenden verbessern. Der Trend zu immer mehr unverheirateten Paaren mit Kindern und Alleinerziehenden zeige, „dass das klassische Familienbild, das unsere Gesetzgebung widerspiegelt, überholt ist“, sagte Kolat am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie über „Lebensformen im Wandel“.

Laut der Studie stieg der Anteil Alleinerziehender von 1996 bis 2013 in Berlin von 25,6 Prozent auf 31,9 Prozent. Die Zahl der Ehepaare sank im selben Zeitraum von 65,8 Prozent auf 50,6 Prozent. Damit liege die Hauptstadt im Vergleich mit West- und Ostdeutschland (18,4 Prozent/ 27,4 Prozent) beim Anteil der Alleinerziehenden an der Spitze. Die Zahlen beruhen auf einer Berliner Sonderauswertung des Mikrozensus von 2013.

Fast 50 % der Alleinerziehenden von Armut bedroht

Neun von zehn Alleinerziehenden sind weiblich. Sie sind schlechter ausgebildet als andere Eltern. Mehr als jeder fünfte verheiratete oder alleinerziehende Elternteil hat nur eine einfache Schulbildung. Fast die Hälfte von ihnen ist laut Kolat von Armut bedroht. Etwa ein Drittel verfügt über ein Nettoeinkommen von unter 1.100 Euro und muss damit Haushalt und Kinder finanzieren. Kolat forderte unter anderem einen höheren Kinderzuschlag und den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung. epd

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