Studie : Viel ehrenamtliches Engagement in Brandenburg

In keinem anderen ostdeutschen Bundesland sind laut einer Studie so viele Bürger ehrenamtlich tätig wie in Brandenburg. Besonders viel Engagement gibt es im "Speckgürtel" um Berlin.

Potsdam - 33 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren seien 2004 gesellschaftlich engagiert gewesen, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Das waren etwa 600.000 Menschen. In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Quote den Angaben zufolge bei 31 Prozent, bundesweit bei 36 Prozent. Als Problem im Bezug auf die Ausübung eines Ehrenamtes führte Platzeck fehlendes freiwilliges Engagement in ländlichen Regionen an. Die häufig noch mangelnde Unterstützung durch die Arbeitgeber ist für den Regierungschef sogar die "Achillesferse".

Platzeck stellte die Landesstudie "Freiwilliges Engagement in Brandenburg 1999-2004 im Trend; Ehrenamt, Freiwilligenarbeit und bürgerschaftliches Engagement" vor. Sie wurde von der Koordinierungsstelle "Bürgerschaftliches Engagement" der Staatskanzlei in Auftrag gegeben und von der TNS Infratest Sozialforschung GmbH erstellt. Der Leiter der Koordinierungsstelle, Manfred Bauer, betonte, dass die meisten ehrenamtlich Tätigen anfangs "nicht von selbst" aktiv geworden, sondern von anderen überzeugt worden seien.

Größter Zuwachs im "Speckgürtel" um Berlin

Der Studie zufolge erklärten sich 14 Prozent der Brandenburger verbindlich bereit, sich künftig freiwillig zu engagieren. Etwa 19 Prozent seien eventuell dazu bereit. Zahlreiche Menschen in Ehrenämtern wollten ihr Engagement noch ausdehnen. Bauer hob jedoch hervor, dass im Bundesvergleich noch zu wenige Arbeitslose Ehrenämter hätten.

Laut Studie setzt sich die Gruppe der 30- bis 59-Jährigen besonders oft freiwillig ein, gefolgt von den Senioren und jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren. Wesentliche Felder, in denen das Ehrenamt ausgeübt wird, sind Sport und Bewegung, Schule und Kindergarten, Freizeit und Geselligkeit, Kultur und Musik sowie der soziale Bereich. Vereine sind nach wie vor die typische Organisationsform.

Den größten Zuwachs beim ehrenamtlichen Engagement verzeichnete das Land Platzeck zufolge im so genannten Speckgürtel um Berlin. Dagegen hätten Vereine und Verbände im ländlichen Raum Probleme. Besonders die freiwilligen Feuerwehren könnten mehr ehrenamtlich Tätige gebrauchen. Der Ministerpräsident rief die Arbeitgeber auf, freiwillig Engagierten mehr Unterstützung zu gewähren. (tso/ddp)

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