Studie zu Lebensqualität : Berlin ist bei der Lebensqualität Mittelmaß

In Sachen Rankings ist Berlin Kummer gewohnt. Insofern darf es als Erfolg gelten, dass die Hauptstadt in einer Studie zur Lebensqualität in Großstädten einen mittleren Platz belegt. In manchen Unterkategorien muss sie sich aber sogar Hannover geschlagen geben.

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Rangeln um die Spitzenplätze. Ganz schlecht schneidet Berlin im Vergleich zum Sieger Düsseldorf ab. In der Gesamtwertung des Städterankings erreicht die Hauptstadt gerade einmal den siebten Platz. Foto: dpa
Rangeln um die Spitzenplätze. Ganz schlecht schneidet Berlin im Vergleich zum Sieger Düsseldorf ab. In der Gesamtwertung des...Foto: dpa

Berlin ist Kummer gewohnt. In den Rankings, die mit beunruhigender Regelmäßigkeit über die Stadt hereinbrechen, ist meist einer der letzten Plätze reserviert. Insofern darf der 7. von 15 Rängen in einer Online-Umfrage zur Lebensqualität durchaus als Erfolg gelten. Gefragt hat das Unternehmen „Service Value“, das zuletzt die Qualität der Stadtverwaltungen untersucht hat, geantwortet haben rund 2000 Bewohner von 15 deutschen Großstädten.

Im Ergebnis, das liegt in der Natur der Sache, fallen Außeneindruck und Innenansicht weit auseinander. Man hört oft, dass jemand nach Berlin ziehen will, nach Düsseldorf dagegen möchte im Grunde niemand – die Stadt gilt als eine Art Bielefeld für Besserverdiener. Dennoch führt nun Düsseldorf die Umfrage in der Summe der 19 Einzelqualitäten an, gefolgt von üblicheren Verdächtigen wie München, Hamburg und Dresden.

Die Wutbürger-Metropole Stuttgart belegt Rang 11, überdurchschnittlich hoch geschätzt nur für Arbeit, Bildung und Wetter. Köln liegt ganz hinten.

Berlin führt die Ranglisten in den Kategorien „Events und Feste“, „Freizeit und Tourismus“, „Ausgehen und Nachtleben“, „Einkaufen und Shoppen“ sowie „Trend und Lifestyle“ an. Den letzten Platz belegt die Bundeshauptstadt dagegen bei „Arbeit und Ausbildung“, „Leben und Wohnen“, „Schulen und Bildung“ sowie „Umwelt und Sauberkeit“.

Bei „Sehenswürdigkeiten und Attraktionen“ wird sie nur von Dresden geschlagen, bei „Essen und Trinken“ nur von Düsseldorf. Bei „Auto und Verkehr“ dagegen reicht es nur zu einem 14. Platz. Mit einer gewissen Süffisanz merken die Verfasser der Studie „tendenziell“ an: „Wenn Bürger und Wirtschaft das Heft in die Hand nehmen, ist Berlin Spitze, wenn sie sich dagegen auf ihre Verwaltung verlassen...“ Ein ähnliches Phänomen sei auch beim Schlusslicht Köln zu beobachten.

Beim Thema „Klima und Wetter“, für das bekanntlich niemand Verantwortung trägt, führt München vor Dresden, Berlin belegt den 9. Rang, am Ende liegt wiederum Köln. Und bei „Sprache und Dialekt“ schlägt die Stunde des sonst graumäusig in der Mitte dümpelnden Hannover.

Der zweite Teil der Studie betrifft die Bürgerbindung. Fühlen sie sich wohl in ihrer Stadt, möchten sie auch in zwei Jahren noch dort leben, identifizieren sie sich mit ihr und empfehlen sie sie als Wohnort weiter? Hier liegen Leipzig, Düsseldorf und Hamburg mit jeweils 89 von 100 Punkten vorn, gefolgt von Dresden (88), München und Berlin teilen sich mit 87 Punkten die Ränge fünf und sechs. Am Ende liegt hier Duisburg (72), das im Zufriedenheitsindex Rang 14 erreicht.

Wo bleibt die ausgleichende Gerechtigkeit? Hier: Eine repräsentative Umfrage zum Denkmalschutz, an der das Allensbacher Institut beteiligt war, setzt Dresden auf Platz 1, gefolgt von Berlin.

Und welche Stadt geht mit ihren historischen Bauten am schlechtesten um? Den letzten Rang unter zehn Großstädten belegt: Düsseldorf.

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