Berlin : Stufenplan

Zimmer und Foyers des Luxus-Hotels sind noch im Bau, das Management ist aber schon komplett da. Der Fahrplan steht: Das „Ritz-Carlton“ am Potsdamer Platz öffnet im Dezember

Christian van Lessen

Walter Junger ist Generaldirektor eines Hotels, das es noch gar nicht gibt. Der 38-Jährige Salzburger kalkuliert Preise, entwickelt Konzepte, hat damit zu tun, das noch nicht vorhandene Luxushotel in aller Welt bekannt zu machen. Gestern ist die Deutsche Welle für das Auslandsfernsehen durch das Haus gezogen. Über „The Ritz-Carlton“ am Potsdamer Platz in Berlin soll allerorts die Rede sein, bevor das Haus mit seinen 302 Zimmern zur Eröffnung am Jahresende seine volle Fünf- Sterne-Pracht entfalten kann.

Vom Äußereren her lässt sich die künftige Pracht des Hauses, das zum Beisheim-Center gehört, kaum ahnen. Die Fassade aber, inzwischen größtenteils von Gerüsten befreit, wirkt in ihrem hellen Sandstein zumindest warm und einladend. Das Architektenbüro Hilmer und Sattler hat damit einen Kontrast zu all den Glas- und Stahlbauten der Umgebung schaffen wollen. Für die Innengestaltung ist der Designer Peter Silling zuständig. Er schwärmt vom Stil des Spätempire, von Karl-Friedrich Schinkel, von klassischen Säulen und viel Platz. „Hier ist alles viel größer und luxuriöser als in den meisten Hotels“, sagt er. „Die zehn Meter große Freitreppe hätte auch kleiner sein können, aber Platz ist Luxus.“ Den wolle Ritz-Carlton im Herzen Berlins glanzvoll repräsentieren.

Die marmorne Freitreppe, auf der schon so viele Erwartungen lasten, wirkt im Rohbau noch wie ein Fremdkörper. Aber die zwölf Meter hohe Eingangshalle, die ein Swarovski-Kronleuchter schmücken wird, passt wiederum zur Freitreppe. Und erst recht die Säulen, an denen Handwerker „klassische“ Fertigteile aus französischem Alabastergips befestigen.

Die Einrichtung einer uralten Pariser Brasserie wurde komplett eingekauft, noch ist sie eingelagert. Vom venezianischen Gourmet-Restaurant ist nur die Küche zu erkennen. Die Pracht des Ballsaals, der nach dem des Interconti-Saal der zweitgrößte in Berlin werden soll, ist schon spürbarer. „Wir wollen gesellschaftlicher Mittelpunkt werden“, sagt Claudia Hardt vom Management.

In vielen Hotelzimmern sind schon Teppichböden verlegt, italienische Möbel aus poliertem Kirschholz aufgestellt, Marmorbäder installiert. Ein komplett fertiges Musterzimmer fehlt noch. Fertig ist schon Junkers Bürotrakt. Rund 450 Hotelbeschäftigte wird es geben, schon liegen 2500 Bewerbungen vor. Junger erwartet in den nächsten Monaten bis zu 7000.

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