Berlin : Stunde Null

Gerd Nowakowski

VON TAG ZU TAG

über den

Rücktritt des CDU-Fraktionschefs Steffel

Der Moment seines Triumphes über den innerparteilichen Gegenspieler war der Anfang vom Ende. Als der bisherige Parteivorsitzende Christoph Stölzl sein Scheitern eingestand, die Union auf neuen Kurs bringen zu können, gegen die beharrenden Kräfte in der Berlienr CDU wieder attraktiv für die bürgerliche Lager in der Stadt zu machen, da war auch der Sturz seines Widersachers Frank Steffel eingeläutet. Mit der Hoffnung, der eloquente Kulturpolitiker könnte der Partei einen wirklichen Neuanfang bringen, brachen auch die scheinbar festgefügten Bastionen in der Partei zusammen.

Der Sturmflut der vergangenen zwei Wochen konnte Frank Steffel nicht länger standhalten. Er hat die Partei in schwerer Zeit nach dem Machtverlust von Eberhard Diepgen und Klaus Landowsky übernommen, nun gibt er auf. Seine notorisch schlechten Umfragewerte hat er seit fast zwei Jahren ertragen, das vielstimmige Mißstrauen aus seiner Partei, die er fest im Griff zu haben schien, die Kritik der Unternehmer, die wachsende Unterstützung für seinen Gegenspieler Peter Kurth konnte er nicht mehr tragen.

Eine Woche vor dem Parteitag ist für die Berliner Union nun erst die wirkliche Stunde Null angebrochen. Wenn die CDU sich neu positionieren will und eine Alternative zur rot-roten Senat sein möchte, dann ist jetzt nicht die Zeit der Ruhe in der Partei, sondern der offenen Debatte. Ob der bisherige CDUFraktionschef dabei mithelfen will und wie er seine immer noch vorhandene innerparteilische Macht nutzen möchte, dass muss Steffel in den nächsten Tagen beantworten.

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