Südkreuz : Ein Schub für die „Linse“

Eine Imagekampagne soll das Gebiet am Bahnhof Südkreuz für Investoren interessant machen. Auch die Bahn AG hat ein Interesse daran, dass die Gegend zu einem lebendigen Viertel wird.

Die Stadtautobahn führt direkt daran vorbei, der zweitgrößte Bahnhof Berlins grenzt an das Areal, und doch sind große Teile nur eine unterentwickelte Brache: die sogenannte Schöneberger Linse ist weitgehend unbekannt, hat aber aufgrund ihrer Lage großes Entwicklungspotenzial. So sehen das zumindest die Stadtentwicklungsverwaltung, das Bezirksamt und eine Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer. Um die Linse für künftige Investitionen interessant zu machen, ziehen alle drei an einem Strang und wollen das Gebiet stärker bewerben, um eine Entwicklung zu einem neuen Stadtviertel anzuschieben.

Das Geld für diese Marketingmaßnahme kommt für die ersten beiden Jahre aus dem Topf der Förderung durch das Projekt „Stadtumbau West“. Danach soll die Interessengemeinschaft die Kosten tragen. Das Ziel, so sagten Vertreter aus Senat, Bezirk und Interessengemeinschaft gestern, sei, die Schöneberger Linse in fünf Jahren ganz anders aussehen zu lassen. Geplant ist ein lebendiges Stadtviertel mit einem Mix aus Wohnen, Gewerbe und Büros. Derzeit ist das Gebiet geprägt durch Gewerbehallen und einen Recyclinghof der Stadtreinigung.

Mit im Boot der Interessengemeinschaft, die sich Ende Juni feierlich im Rathaus Schöneberg erst noch formell gründen will, ist die Bahn AG, die auch ein Interesse hat, dass ihr Bahnhof Südkreuz in einem lebendigen Viertel steht. Noch nicht eingebunden sind allerdings die Investoren, die rund um den Gasometer ein Gewerbegebiet unter dem Arbeitstitel „Europäisches Energieviertel“ entwickeln wollen. Dabei überschneiden sich deren Interessen mit denen der Eigentümer auf der Linse. Der direkte Weg für den Autoverkehr zum Gasometer soll nämlich über den Tempelhofer Weg und damit an den Linsen-Grundstücken vorbeiführen. Die Marketingbemühungen für die Schöneberger Linse werfen ein Licht auf die riesigen Brachen in der Innenstadt, die Ideen und Investoren suchen. Neben der 53 Hektar großen Linse sind das unter anderem die großen Gebiete an der Heidestraße, nördlich des Hauptbahnhofs, und entlang dem Kreuzberger Ufer der Spree – beides ebenfalls Gebiete, die im Rahmen des Programms „Stadtumbau West“ aufgepeppt werden sollen. oew

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