Super Tuesday : Das lange Warten auf den Wahlausgang

Far away from home - für Amerikaner in Berlin ist es eine lange Nacht. Viele treffen sich in Kneipen und warten gespannt auf die ersten Ergebnisse aus den USA.

Rita Nikolow
Demokratenkoch
David Ryan kocht für hungrige Demokraten -Foto: Rückeis

BerlinFür die 13.400 US-Amerikaner in Berlin reiht sich in dieser Woche ein Super-Ereignis an das nächste - und alles wegen der Zeitverschiebung zu nächtlichen Stunden. Vor ein paar Tagen hat Michael Steltzer, Berliner Chairman der Auslandsvertretung der Demokraten, „Democrats abroad“, noch die Entscheidung um den „Superbowl“ verfolgt. Und auch am Dienstag, am „Super Tuesday“, an dem in mehr als 20 US-Staaten über die Kandidaten für die Präsidentschaftswahl abgestimmt wird, kommt Steltzer nicht früh ins Bett. Ergebnisse wird es erst weit nach Mitternacht geben. Steltzer nimmt es gelassen: „Ich habe mich schon ans Wachbleiben gewöhnt.“ Den Ausgang des Superwahltags verfolgen die „Democrats abroad“ im Obergeschoss des Lokals „Max und Moritz“ in der Kreuzberger Oranienstraße. David Ryan, Koch und Mitinhaber des Lokals, bereitet das Essen für den Abend vor, in den großen Töpfen kochen Fleisch und Kartoffeln.

Amerikanisches Essen bekommen die Demokraten an diesem Abend nicht auf den Teller: Statt Burgern, Chicken Wings und Muffins gibt es Eisbein, Flammkuchen oder Gulasch. „Amerikaner lieben unsere Küche“, sagt Ryan. Gut gestärkt können die Besucher sich dann unterhalten lassen. „Wir werden eine Bühne aufbauen, auf der verschiedene Künstler auftreten und Musik machen“, erklärt Anja Dullin, Mitarbeiterin des „Max und Moritz“. Auf einer riesigen Leinwand und über das Internet können die Democrats verfolgen, welche Kandidaten in den USA das Rennen machen. Und sie können an diesem Abend selbst abstimmen: In einem Nebenraum haben die Mitarbeiter ein kleines Wahllokal eingerichtet. Wer Mitglied der „Democrats abroad“ ist oder an diesem Abend noch werden möchte, kann in dem Nebenraum seine Stimme abgeben.

Denn die „Democrats abroad“ geben ihren Mitglieder die Möglichkeit, über ihre Favoriten abzustimmen. Das können die Demokraten entweder per Brief, Fax oder – eine Neuerung - auch online tun. Im „Max und Moritz“ können die Besucher auf einer zweiten Wahlparty am 9. Februar noch einmal klassisch einen Wahlzettel ausfüllen.

600 dieser Wahlzettel stehen am Nachmittag vor der Wahlnacht auf dem Beifahrersitz von Michael Steltzers Wagen. Am frühen Abend will Steltzer in die Oranienstraße fahren, um zu dekorieren. Ob sich die Berliner Demokraten für Hillary Clinton oder Barack Obama entschieden haben, wird am 22. Februar bekannt gegeben. Die Auslandsorganisation der Republikaner, „Republicans abroad“, trifft sich am „Super Tuesday“ in der Bar „Wahlkreis“ in der Reinhardtstraße zu Diskussionen und einer Abstimmung. Wie Jan Burdinski, Nationaler Koordinater der Republikaner, betont, sind dazu auch Demokraten „herzlich willkommen.“ Rita Nikolow

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